Das Motto des Sommerlagers in Querxenland hieß diesmal: „Sommerferien und noch mehr, ich wünsch mir die Karibik her”.

40 Kinder und Jugendliche aus der deutschen Minderheit haben an der Sommerwerkstatt der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien teilgenommen. Ausgewählt wurden Personen zwischen dem zwölften und 16. Lebensjahr, die an deutschen Sprach- und Kulturwettbewerben teilgenommen haben und dort erfolgreich waren.

 

Dieses Mal ging die Reise nach Seifhennersdorf, in das KiEZ (Kinder- und Jugenderholungszentrum) „Querxenland“ in der Oberlausitz. Dort nahmen die Teilnehmer verschiedene Angebote wahr. Das „Querxenland” setzte dieses Jahr den thematischen Schwerpunkt „Sommerferien und noch mehr, ich wünsch mir die Karibik her!”. Die Mitarbeiter trugen Hawaiihemden und Blumenketten während sie Angebote wie „Sport an Bahamas-Stränden“, Schaumparty oder „Karibische Meeresspiele im Wald“ angeboten haben. Dazu gehörte auch eine Schatzruhe, in der auf die Gruppe täglich eine neue Geschichte und eine Aufgabe dazu versteckt war.

 

Mikrokosmos und Survival

 

Neben den Bahama-Angeboten nahmen die Kinder auch an einem „Ausflug in den Mikrokosmos” teil, wo unter Mikroskopen Insekten, Sand und Strohwasser untersucht wurden. Die Integration förderte Teamparcour. Hier musste die Gruppe zusammenhalten, über Ursache und Wirkung nachdenken und fast schon „Überlebenstraining” meistern, beispielsweise beim Balancieren auf dem selbst aufgebauten Steg über den „Haifischteich”, oder beim Klettern über das „Spinnennetz“. „Der Teamparcour hat mir sehr gefallen, wir haben uns alle angestrengt, und mussten einander vertrauen, aber wir haben es geschafft“ freut sich Fabian Hober aus Rosenberg (Olesno).

 

Wahre Werte

 

Nach der Präsentation des Films „20 Jahre. Deutsche Minderheit in Polen“ und der anschließenden Diskussionsrunde über die Anfänge und die jetzigen Angebote der Deutschen Minderheit in den Wohnorten der Teilnehmer, sangen alle das Lied „Oberschlesien“. Am Sonntag gingen alle in das Nachbardorf Leutersdorf zur Heiligen Messe. Die Betreuer nahmen eine Abkürzung durch den Wald, und bogen falsch ab, aus der Abkürzung wurde ein 50-minütiger Marsch. Doch der Pfarrer Andrzej Glombitza wartete geduldig auf die Pilger. Der aus dem oberschlesischem Deutsch Müllmen (Wierzch) stammende Pfarrer begrüßte die Gruppe bereits am Tag der Ankunft in Deutschland, wo vereinbart wurde, dass die Kinder bei der Messe die Fürbitten und die Lesungen vortragen werden. Zum Schluss der Messe überreichte Pfarrer Glombitza den aus seiner Heimat kommenden Gläubigen zwei große Tragetaschen voll mit Süßigkeiten.

 

SKGD und BJDM kennenlernen

 

Am Dienstag reisten Mitarbeiter der Minderheit aus Oppeln ins „Querxenland“, unter anderem Vertreter des BJDM und der Geschäftsstelle der SKGD aus Oppeln. Oskar Zgonina aus Tarnowitz machte den Jugendlichen gemeinsam mit Melanie Smykała den BJDM schmackhaft: „Wir haben unsere Projekte vorgestellt, und die Teilnehmer zu unseren weiteren Aktionen eingeladen, und ich hoffe, dass hier unsere neuen Mitglieder dabei sind.“ Besonders gut sind bei den Jugendlichen die neuen Medien angekommen, „Ich hätte nie gedacht dass die Deutsche Minderheit ein Facebookprofil oder Snapchat hat“, staunte der 16-jährige Robert Kokot. „Ich bin jetzt bei allem aktiv mit dabei, und auf aktuellem Stand“ so der Ferienlager-Teilnehmer.

 

Manuela Leibig