Für eine Woche verwandelten sich die früheren Adelsresidenzen im Hirschberger Tal der Schlösser in eine Kulisse für hochkarätige Ausstellungen und Konzerte. Bereits zum siebten Mal fand dort das “Festival dell’ Arte” statt. Es will an die Tradition des 19. Jahrhunderts anknüpfen, als adelige Mäzene regelmäßig Kunst- und Kulturschaffende in die Region zwischen Iser- und Riesengebirge einluden.

 

Eine Woche lang Musik, Theater und Ausstellungen im Tal der Schlösser
Foto: talderschloesser.de

 

Ein wichtiger Bestandteil des Festivals sind die Werkschauen zeitgenössischer polnischer Künstler, deren Vernissagen zur Eröffnung des Festivals stattfanden. So konnten Besucher und Gäste des Hotels Pałac Wojanów in Schildau (Wojanów) in diesem Jahr beispielsweise Malereien von Bogumiła Twardowska-Rogacewicz aus Hirschberg (Jelenia Góra) sehen. Die Stiftung „Tal der Schlösser“ (Dolina Pałaców) gab im Schloss von Buchwald (Bukowiec) einen aktuellen Überblick über die Malereiklassen der Warschauer Akademie der Künste und zeigte im Landschaftspark Skulpturen von Grzegorz Pawłowski. Werke des Glasbildhauers Konrad Tomaszewski zeigte das Fünf-Sterne-Hotel Schloss Wernersdorf (Pakoszów).

 

Zur offiziellen Eröffnung des Festivals gab es in Schildau das Konzert „Kaleidoskop polnischer Musik“ von Jacek Szreniawa vom Theater „Nasz“ in Petersdorf (Piechowice) sowie ein Opernkonzert mit der Sopranistin Asuka Uchida und Barbara Sas am Flügel. Kinga Rataj, Polens erste Vollblut-Fadosängerin, begeisterte das Publikum im Schloss Wernersdorf. Sie präsentierte klassische Fado-Lieder, angereichert mit Jazz-, Tango- und Flamencoelementen. Für ihre Interpretation des traditionellen portugiesischen Liedguts wurde sie auch im Heimatland des Fados ausgezeichnet. Klänge von der iberischen Halbinsel präsentierte zudem das Flamencoensemble Los Duendes, das im Schloss Fischbach (Karpniki) auftrat.

 

Mit Stanisława Celińska gab ein Urgestein des polnischen Chansons ein Konzert in der Kulturscheune von Buchwald. Durch ihre Rollen in den Filmen von Andrzej Wajda sowie in Michael Schorrs „Schröders wunderbare Welt“ ist die Schauspielerin auch einem breiteren deutschen Publikum bekannt. Zum krönenden Abschluss gab Katarzyna Groniec ebenfalls in Buchwald ein Konzert. Die aus dem oberschlesischen Hindenburg (Zabrze) stammende Sängerin ist für ihre Interpretationen von Liedern von Bertold Brecht, Jacques Brel und Nick Cave bekannt, aber auch für ihre chansonhaften Eigenkompositionen. Theaterliebhaber kamen zudem in Buchwald auf ihre Kosten, wenn der bekannte Schauspieler Krzysztof Rogacewicz seine Interpretation der polnischen Version von Patrick Süskinds „Der Kontrabaß“ zum Besten gab.

 

Das Hirschberger Tal liegt etwa eine Autostunde von Görlitz entfernt. Weitere Informationen zur Region auf der Website www.talderschloesser.de

 

 

Klaus Klöppel/kan