Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Friday, December 3, 2021

FlixBus in Hollywood-Filmen

Die Firma FlixBus aus der bayerischen Landeshauptstadt München übernimmt nun den größten US-Fernbusbetreiber Greyhound Lines und somit das größte Fernbusunternehmen Nordamerikas. Wie die FlixBus-Geschäftsführung versicherte, wird damit das Logo des Münchner Unternehmens bald in Hollywood-Filmen zu sehen sein.

Die Flixmobility GmbH, Eigentümerin von Marken wie FlixBus und FlixTrain, gab letzte Woche die Übernahme des US-Unternehmens Greyhound Lines bekannt. Das deutsche Unternehmen wird rund 172 Millionen Dollar, d. h. rund 148 Millionen Euro, für die amerikanische Firma zahlen: „Wir wollen der steigenden Nachfrage nach umweltfreundlichen Verkehrsmitteln in den USA gerecht werden“, argumentiert André Schwämmlein, einer der Gründer von Flixmobility. Bislang war das US-Unternehmen im Besitz des britischen Konsortiums FirstGroup.

Ein FlixBus-Reisebus
Foto: Florian Fevr/Wikipedia

Eine amerikanische Ikone in deutscher Hand
FlixBus ist bereits seit 2018 auf dem US-amerikanischen Markt präsent, doch bisher war es Greyhound Lines, das dort eindeutig dominierte. Das US-Unternehmen verfügt derzeit über rund 1.300 Busse, die 2.400 Ziele anfahren – nicht nur in den USA, sondern auch in Kanada und Mexiko. FlixBus hingegen hat bisher 195 Ziele in den USA angefahren. Greyhound Lines gilt als „ikonische Marke“ und die unverwechselbaren silbernen Busse sind häufig in populären Filmen zu sehen. In einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ gab André Schwämmlein zu, dass dies auch für Flixmobility von Bedeutung sei: „Irgendwann werden Sie FlixBus-Busse in Hollywood-Filmen sehen“, sagte er. Wie er hinzufügte, möchte er, dass das Symbol des öffentlichen Verkehrs für die Amerikaner bald FlixBus und nicht wie bisher Greyhound Ones ist.

Es kommt Neues
Interessant ist, dass die deutsche Firma Flixmobility im Gegensatz zu dem legendären US-Unternehmen sehr jung ist, da sie erst vor neun Jahren, nämlich 2012, in München gegründet wurde, während das amerikanische Unternehmen mit seinem Gründungsjahr 1913 fast 100 Jahre älter ist. Man kann also sagen: Es kommt Neues. Dennoch erreichen die FlixBus-Busse inzwischen rund 2.800 Orte, darunter viele polnische Städte. Zur Erinnerung: FlixBus ist 2015 in Polen eingestiegen. Als Teil von FlixTrain bietet die Firma auch Zugverbindungen in Deutschland und Österreich an. Dem Unternehmen gehört auch die Plattform FlixCar, die Fahrer von Privatwagen mit potenziellen Fahrgästen zusammenbringt. Dieses Projekt wurde als Konkurrenz zu BlaBlaCar ins Leben gerufen.

Johann Engel

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