1996 kam Wilfried Block aus Friedland in Mecklenburg-Vorpommern auf die Idee, dass alle Städte, die den Namen Friedland haben oder früher Mal getragen haben, zusammenarbeiten sollten. Gesagt getan.

 

 

Sławomir Stasiak, Jerzy Suszczyński und Zdzisław Zawada freuen sich über das von dem brandenburgischen Friedland geschenkte Feuerwehrauto.
Foto: M. Leibig

 

In Deutschland sind es drei Städte, die den Namen tragen, und zwar in Mecklenburg- Vorpommern, Niedersachsen und Brandenburg; in Tschechien Frýdlant nad Ostravicí (an der Ostravitz), in Russland, im Oblast Kaliningrad, liegt ein ehemaliges Friedland, das heute Prawdinsk heißt und in Polen sind es gleich vier Städte und zwar Debrzno in der Woiwodschaft Pommern, Mieroszów in Niederschlesien, Mirosławiec in Westpommern und Korfantów in der Woiwodschaft Oppeln.

 

Der Stadtrat in Korfantów hat Wilfried Block für seine Verdienste mit dem Titel „Ehrenbürger der Stadt Korfantów” geehrt. „Wir haben natürlich gerne mitgemacht. Es findet unter anderem ein Jugendaustausch aus den Friedland-Städten in Polen und Deutschland statt. Die Gemeinevertreter treffen sich jedes Jahr in einem anderem Land, und tauschen sich aus”, sagt Dorota Sosulska aus dem Gemeindeamt in Friedland (Korfantów, Woiwodschaft Oppeln).

 

Große Freude bei der Feuerwehr

Aus dem Austausch ergab sich eine sehr angenehme Überraschung für die Freiwillige Feuerwehr aus Prockendorf (Węża). Im Dezember wurden Vertreter der Freiwilligen Feuerwehr gemeinsam mit dem Bürgermeister aus Friedland Janusz Wójcik und dem Gemeindefeuerwehrhauptman Piotr Bugaj nach Friedland in Brandenburg eingeladen, um dort ein Geschenk abzuholen.

 

„Die Bürgermeister sind im ständigem Kontakt miteinander, die Feuerwehr aus Friedland hat einen neuen Wagen gekauft, der alte wurde nicht mehr gebraucht, und unsere Feuerwehrmänner hatten ein sehr altes Auto. Also wurde ein Schenkungsvertrag ausgefertigt, die Feuerwehrmänner aus Friedland in Brandenburg haben alle Amtsformalitäten erledigt, um den Wagen aus Deutschland nach Polen legal zu übergeben”, sagt Sosulska.

 

So legte der Mercedes Daimler-Benz-Wagen die Strecke von 350 Kilometern aus Brandenburg bis in die Oppelner Woiwodschaft zurück. Die Freude in Prockendorf war groß, und dauert bis jetzt an: „Wir haben uns sehr gefreut, und sind unserem Bürgermeister sehr dankbar, dass die Entscheidung auf unsere Feuerwehr gefallen ist, obwohl es in der Gemeinde auch andere Feuerwehren gibt, die so ein Auto brauchen würden”, sagt Jerzy Suszczyński, Feuerwehrhauptman aus Prockendorf. „Wir haben eine Feier bei uns im Dorf gemacht”, erinnert sich Sławomir Stasiak aus der Frewilligen Feuerwehr in Prockendorf.

 

 

Es gibt nichts zu verlieren

Die Zusammenarbeit zwischen den Friedländer Feuerwehrmännern dauert weiterhin an. „Wir besuchen uns gegenseitig, und nehmen an verschiedenen Wettkämpfen für Feuerwehren teil. Ich denke, dass andere Feuerwehren aus unserer Region auch so eine Zusammenarbeit mit Feuerwehren aus Deutschland aufnehmen sollten, auch wenn sie kein Deutsch sprechen, so wie wir, jemand zum übersetzen findet sich immer, und es gibt nichts zu verlieren, neue Freundschaften werden sicherlich entstehen”, resumiert Jerzy Suszczyński.

 

 

Manuela Leibig