Viktória Nagy

Im September des vergangenen Jahres hat auch das Wochenblatt dafür geworben, Kandidaten für den Titel „Auslanddeutsche des Jahres 2017“ voryuschlagen. Nun liegen die Ergebnisse vor und die meisten Stimmen erhielt eine junge Frau aus Ungarn.

 

Veranstalter des Wettbewerbs war die Internationale Medienhilfe (IMH), die sich hauptsächlich mit Spracharbeit, zum Beispiel mit der Herausgabe eines Kompendiums deutschsprachiger Publikationen außerhalb der Bundesrepublik befasst. Die Ausschreibung wurde zum ersten Mal organisiert und ihr Ziel war es, eine bedeutende, weibliche Persönlichkeit zu ehren, wobei ausschlaggebend das Engagement für die deutsche Kultur im Ausland sein sollte. Die Veranstalter unterstrichen dabei, das Projekt sei „kein Schönheitswettbewerb“, viel mehr ginge es darum, eine innovative Initiative in die Welt zu bringen und andere junge Frauen im Ausland zu ermutigen, sich für die deutsche Kultur einzusetzen. Der Appell um Teilnahme wurde in verschiedenen deutschen Medien im Ausland veröffentlicht, darunter ebenfalls in Medien der deutschen Minderheit.

 

Von den zahlreichen Bewerbungen kamen vier Frauen durch die Wahl einer Jury ins Finale. Im Rahmen einer Online-Abstimmung durfte jeder eine der verbleibenden Kandidatinnen wählen und diese kamen nicht nur aus Europa. Es handelte sich jeweils um eine Deutschbrasilianerin, eine Deutschaustralierin, eine deutschstämmige Mennonitin aus Paraguay und eine Ungarndeutsche. Die meisten Stimmen kamen dabei aus Deutschland, Osteuropa, Südamerika, Nordamerika, Australien und Österreich.

 

Am Ende triumphierte jedoch Viktória Nagy (22), eine ungarndeutsche Studentin. Ihre deutsche Identität verbindet die junge Frau mit einem Engagement in den Strukturen der deutschen Minderheit in Ungarn. Nicht nur vertritt sie deutsche Interessen in der ungarischen Selbstverwaltung, sie ist ebenfalls trotzt ihres jungen Alters Leiterin einer Tanzgruppe, die sich auf traditionelle ungarndeutsche Tänze konzentriert. Auch ihr berufliches Leben möchte Viktória in Zukunft mit der deutschen Minderheit in Verbindung bringen. Die Gewinnerin studiert nämlich das Fach „Deutsch als Minderheitensprache“ in Ungarn und will in Zukunft Lehrerin werden.

 

Nach dem Erfolg der ersten Auflage des Wettbewerbs hat Björn Akstinat, Leiter der IMH, schon jetzt eine Fortsetzung angesprochen: „Der Wettbewerb war ein voller Erfolg und wird in Zukunft weitergeführt. Die Aktion soll speziell die jüngeren weiblichen Mitglieder der deutschen Gemeinschaften und Minderheiten rund um den Globus für ihre bisherigen Aktivitäten belohnen bzw. für eine Mithilfe in deutschen Vereinen und sonstigen Institutionen motivieren“. Vielleicht kommt die nächste Gewinnerin ja aus Polen?

 

Łukasz Biły