Zum zehnten Mal wurde am vergangenen Samstag in Aachen der Europäische Preis „Polonicus“ verliehen, dessen Träger in diesem Jahr Donald Tusk, EU-Ratspräsident, Prof. Rita Süssmuth, Präsidentin des Deutschen Bundestages a.D., das Musiker-Ehepaares Róża und Benedykt Frąckiewicz aus Wuppertal sowie der engagierte Bürger Jerzy Owsiak sind.

Foto: Träger des Polonicus-Preises. V. l. n. r.: Prof. Dieter Bingen (in Vertretung für Frau Prof. Dr. Rita Süßmuth), Jerzy Owsiak, Ministerpräsident Armin Laschet, EU-Ratspräsident Donald Tusk, Róza und Benedykt Frackiewicz, Polonicus-Juryvorsitzender Wiesław Lewicki. Foto: Land NRW

 

Die Preisträger werden mit dem Polonicus ausgezeichnet für ihre besonderen Verdienste um die Polonia in Deutschland und Europa und für ihr Engagement für die deutsch-polnischen Beziehungen. Der nordrhein-westfälischer Ministerpräsident Armin Laschet (CDU), sagte während der Preisverleihung, die traditionell im Krönungssaal des Rathauses stattfindet: „Die diesjährigen Preisträger stehen in besonderer Weise für Werte, die wir in einem geeinten Europa brauchen: Sie stehen für Zusammenhalt und Dialog. Eine Gemeinschaft, die solche Werte und eine gemeinsame Geschichte teilt, kann sich selbstbewusst und souverän dem Dialog stellen.“

 

Im Vorfeld der Preisgala fand eine Diskussionsrunde über aktuelle Fragen der europäischen Integration statt und die Rolle der europäischen Zivilgesellschaft, an der u.a. der Polonia-Beauftragte der Landesregierung Nordrhein-Westfalen Thorsten Klute, Prof. Dr. Dieter Bingen vom Deutschen Polen-Institut in Darmstadt und Basil Kerski, Leiter des Europäischen Zentrums der „Solidarnosc“ in Danzig teilgenommen haben. Zwar diskutierte man vor allem über die Rolle der Polonia in Deutschland und bei den deutsch-polnischen Beziehungen, aber auch die deutsche Minderheit in Polen kam während des Podiums zu Wort.

 

Bernard Gaida, Vorsitzender des Verbandes deutscher Gesellschaften in Polen, zeichnete dabei ein Bild der Minderheit und ihrer Bedeutung sowohl in der jüngsten Geschichte als auch heute. Während der Chef des Kongresses der Polen in Deutschland Wiesław Lewicki sich darauf konzentrierte, dass es gerade die Polonia gewesen ist, die in den letzten Jahren das Bild Polens in der deutschen Gesellschaft verbessert hat, wies Gaida zunächst auf die Geschichte der deutschen Minderheit hin. “Unsere DFKs waren es ja, die kurz nach der politischen Wende vielerorts den Aufbau einer Zivilgesellschaft ermöglicht haben, denn vor allem dort trafen sich die Menschen, um über die Zukunft zu diskutieren und sich einfach zusammenzuschließen”, meinte Bernard Gaida. Und diese Rolle haben einige Ortsgruppen der deutschen Minderheit bis heute, denn auch die großen Parteien in Polen sind im Gegensatz zur Minderheit nicht auch in den kleinsten Orten aktiv.

 

 

 

 

“Zweitens habe ich aber auch darauf hingewiesen, dass wir schon seit 1990 enorm viel für die deutsch-polnischen Partnerschaften getan haben. Heute werden sie als selbstverständlich hingenommen, damals war es aber mit vielen Schwierigkeiten verbunden. Diese oft schon damals begonnenen Partnerschaften gibt es bis heute und auch in der heutigen Zeit der etwas schwierigeren deutsch-polnischen Beziehungen sind sie wichtig, um die Gesellschaft vor antideutscher Propaganda zu schützen. Es treffen sich ja Menschen untereinander und damit kann man nicht so einfach ein schlechtes Deutschlandbild vermitteln”, sagte Bernard Gaida.

Der Polonicus-Preis, der vom Institut Polonicus seit 2008 gestiftet wird, ist die höchste Anerkennung der Europäischen Polonia.

 

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