Foto: Pro Futura

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Der Weg ins Ungewisse – Vertreibungen aus und nach Schlesien in den Jahren 1945-1947“ ist der Titel einer Ausstellung, die letzten Freitag im Landkreismuseum in Neisse eröffnet wurde. Zum ersten Mal wird dieses Thema aus zwei Sichten auf einmal präsentiert. Denn sowohl Deutsche wie auch Polen erzählen in dieser Ausstellung über die Nachkriegsgeschichte.

 

Diese Ausstellung wurde vom Haus Schlesien in Königswinter als Projektleiter, dem Archeologischen Museum in Glogau und dem Museum in Neisse vorbereitet. Das Landkreismuseum in Neisse ist der dritter Ort, an dem die Ausstellung gezeigt wird, denn die Geschichte des Landkreises Neisse ist auch ein Teil des Projektes. Die Mitarbeiter des Museums untersuchten vor allem das Schicksal der Polen, die hier zwischen 1945 bis 1947 angesiedelt wurden. Nun präsentieren sie das gemeinsame Projekt den Landsleuten. „Es ist ein Teil der schlesischen Geschichte über die die heutigen Einwohner Schlesiens und  Neisses nicht so viel wissen. Und andersrum: auch Schlesier, die hier seit Generationen leben, wissen wenig über Menschen, die hierher nach dem Krieg kamen”, sagt Edward Hałajko, Museumsleiter in Neisse. Nun 70 Jahre nach dem Kriegsende ist es an der Zeit, an diesen gemeinsamen Teil der deutsch-polnischen Nachkriegsgeschichte zu erinnern, sagen die Projektpartner. Die drei Museen in Königswinter, Glogau und Neisse stellen aus der Perspektive der beiden Nationen die Flucht, Zwangsumsiedlung und Heimatverlust vor. Zum ersten Mal wird dieses Thema nicht separat, sondern zusammen präsentiert.

 

Für Edward Hałajko war es auch eine Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte. Denn auch seine Familie wurde aus den ehemaligen polnischen Ostgebieten umgesiedelt. Nun entdeckt er die Geschichte der betroffenen Deutschen. „Es gab eine Zeit, wo hier noch die Deutschen gewohnt haben, neben den neuen Ansiedlern aus dem Osten. Die Beziehungen zwischen ihnen waren unterschiedlich, aber nicht weil die einen Deutschen und die anderen Polen waren.  Sondern weil es zwischen Menschen mal gut, mal schlecht läuft”, so Hałajko.

 

Das deutsch-polnische Projekt soll demnächst fortgesetzt werden. Schon nächstes Jahr soll eine weitere Ausstellung vorbereitet werden. Diesmal soll das Thema der Anpassung der neuen Ansiedler an die neue Heimat behandelt werden. Die Ausstellung „Der Weg ins Ungewisse – Vertreibung aus und nach Schlesien in den Jahren 1945-1947“ ist in Neisse noch bis 13. September zu sehen.

 

Stolz/adur