Das Projekt „Archiv der Erzählten Geschichte“ wird seit dem Jahr 2009 organisiert vom Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit. Im Rahmen des Projektes nehmen Jugendliche an einer historisch-journalistischen Schulung teil, danach sprechen sie mit Zeitzeugen über die Erlebnisse von vor vielen Jahren.

 

Monika Muszalik und Marta Wojciechowska bei der Arbeit.Foto: M. Leibig

 

Das Interesse an dem Projekt seitens der Jugendlichen wird nicht geringer. Dieses Jahr gab es in den Woiwodschaften Oppeln und Schlesien 20 Plätze für Teilnehmer, angemeldet haben sich aber über 90 Personen. Auch im Norden Polens wurde das Projekt durchgeführt: letztes Jahr startete es als Pilotprojekt, das gut aufgegangen ist, denn in diesem Jahr wurde es erneut dort organisiert, und hat viele Teilnehmer gefunden. Momentan bearbeiten die Jugendlichen die Interviews mit den Zeitzeugen. Wir fragten einige von ihnen nach ihren Erfahrungen mit dem Projekt.

Das Projekt wird von den Organisatoren ständig um neue Aspekte erweitert: die im Internet auf der Internetseite www.e-historie.pl zugänglichen Interviews werden didaktisch aufbereitet und dienen als Material für Regionalkunde an Schulen. Die Jugendlichen entwickeln zudem Stadtspiele, mit denen man die Geschichte der Stadt auf spannende Weise anderen Jugendlichen näherbringen kann.

 

Manuela Leibig

 

 

Florian Wons aus Buhlau (Buława)

Mein Bruder hat schon an dem Projekt teilgenommen, und er hat mich ermutigt mitzumachen. Bei der Schulung haben wir gelernt wie man mit älteren Menschen spricht. Als meinen Zeitzeugen habe ich eine Person ausgewählt, die sich noch sehr gut an die Nachkriegszeit erinnert hat. Bei dem Gespräch habe ich sehr viel über Geschichte gelernt. Auch ich werde dieses Projekt mit Sicherheit meinem jüngerem Bruder empfehlen.

 

 

Viktoria Czech aus Rosenberg (Olesno)

Das Projekt hat meine Lehrerin mir und meinen zwei Klassenkameraden empfohlen, und ich bereue nicht, daran teilgenommen zu haben. Das war viel Neues für mich, vor allem, was das Durchführen von Interviews anbelangt. Meine Zeitzeugin kenne ich sehr gut, sie hat früher auf mich aufgepasst. Meine Großeltern haben nie viel über die Nachkriegszeit gesprochen, vielleicht wollten sie es nicht, aber die Dame war sehr offen und hat mir sehr viel erzählt. Ich finde, dass es gut ist zu wissen, was damals gesehen ist.

 

Dominika Muszalik aus Tworkau (Tworów)

Journalismus und Geschichte sind eigentlich nicht meine Interessensgebiete, aber ich wollte etwas Neues lernen, deswegen habe ich am Projekt teilgenommen. Ich hatte etwas Angst, dass mein Zeitzeuge vielleicht weinen wird, denn wir haben über schwierige Zeiten gesprochen, und da sind viele Emotionen im Spiel… ich wusste nicht, was ich dann machen soll, aber alles ist gut gegangen. Ich weiß jetzt, dass solche Gespräche mit Zeitzeugen wichtig sind, und dass wir sehr viel dabei lernen, vor allem, dass es uns jetzt sehr gut geht und dass es früher sehr schwierig war, den Alltag zu meistern.