Aus dem Werbespot des polnischen Gesundheitsministeriums
Quelle: youtube.com

Trotz des Kindergeldprogramms 500+, bei dem jede Familie monatlich 500zł für das zweite und jedes weitere Kind bekommt, ist die Geburtenrate in Polen weiterhin niedrig. Was hilft da? Ein Werbespot.

 

Doch es ist nicht irgendein Spot, sondern einer der eindeutig zweideutig klarstellt, wen sich die Polen als Beispiel nehmen sollen bei der Familienplanung. In der 30-sekündigen Aufnahme des Gesundheitsministeriums sind Kaninchen zu sehen, die an Salat und Karotten nagen, während ein Erzähler in die Geheimnisse erfolgreicher großer Kaninchenfamilien einführt – Bewegung, eine gesunde Ernährung und möglichst wenig Stress. Der kurze Auftritt eines menschlichen Pärchens gibt dabei einen dezenten Hinweis darauf, dass ein wenig Romantik ebenfalls helfen könnte. „Wenn Sie jemals Eltern sein wollen, folgen Sie dem Beispiel der Kaninchen”, wird dem Zuschauer empfohlen.

 

 

Natürlich wird daraus in der polnischen Politik ein Skandal gemacht, zumal die Produktion und Ausstrahlung des Spots in den größten Fernsehsendern Polens bis Jahresende etwa 3 Millionen Zloty kosten soll. Mehr noch erhitzt die Gemüter die Tatsache, dass es gerade die rammelnden Hasen sind, die als beispiel herangeführt werden. Feministinnen sagen, es sei Werbung für eine unkontrollierte, unreflektierte undungeplante Schwangerschaft, die mit einer Familienplanung nichts zu tun habe. Ein Vertreter der in der Opposition befindlichen Bürgerplattform (PO) sagte gar, dieser Spot passe zu der generellen Auffasung der Regierungspartei PiS, wie ein Brürger Polens sein sollte: er solle sich vermehren wie die Kaninchen, in politischen Fragen still sein wie die Kirchenmäuse, und einfältig das wählen, was man ihnen sagt – also Esel sein.

 

Kritik hin oder her. Polen zählt zu den europäischen Ländern mit der geringsten Geburtenrate. Eine polnische Frau bekommt durchschnittlich nur 1,32 Kinder. Da wird bei der verbesserung dieser Bilanz doch jede Hilfe gebraucht! 😉

 

ru