Hugo Bonk

Es war eine Arbeit, die sogar für professionelle Übersetzer eine echte Herausforderung wäre und doch schafften es Studenten: Drei Studierende der Allensteiner Germanistik übertrugen ein Geschichtsbuch aus dem frühen 20. Jahrhundert vom Deutschen ins Polnische.

 

Das übersetzte Buch ist mit einem besonderen Kapitel in der Geschichte Allensteins verbunden. Zum 550. Jubiläum gab die Stadt ein Geschichtskompendium in Auftrag, das die Jahre 1353-1772 schildern sollte. Als Verfasser wurde der renommierte Geschichtslehrer und Verleger Hugo Bonk gewählt. Bekannt wurde der Historiker vor allem wegen seiner Geschichtshefte, die in zehn Bänden alle wichtigen Ereignisse Allensteins schilderten. Das Jubiläumsbuch sollte jedoch etwas ganz Besonders werden, vor allem, wenn es um den Arbeitsaufwand ging, der alles bisherige von Bonk Geschaffene in den Schatten stellte. Was entstand, waren 200 Seiten, die eine Zeitspanne beschreiben, die so detailliert noch von keinem anderen Historiker aufgearbeitet wurde.

 

Lange Zeit war das Werk von Bonk in Vergessenheit geraten, bis drei Studenten der Allensteiner Germanistik darauf aufmerksam wurden: Małgorzata Zegler, Edyta Borkowska und Krzysztof Kasparowicz entschlossen sich, diesen Teil der Geschichte ihrer Stadt nicht nur wieder zum Vorschein zu bringen, sondern sie auch der polnischen Mehrheit zu präsentieren. Gemeinsam übersetzten sie das Buch ins Polnische. Da es sich um keinen Bestseller handelt, wurde die polnische Version nur in 200 Exemplaren gedruckt, doch das müsste vor allem die digitalen Geschichtsfans freuen, denn das ganze Werk ist im Internet zugänglich.

 

Während die Studenten, die sich der Übersetzung des Buches annahmen, sich nun großer Aufmerksamkeit erfreuen, löste die Neuerscheinung von Bonks Werk auch große Emotionen bei Allensteiner Geschichtsliebhabern aus: „Das ist eine gute Nachricht, weil es ein wirklich sehr gutes Geschichtsbuch ist“, sagt Maciej Książek, der sich für die Geschichte der Stadt interessiert. Zwar macht der Mitarbeiter des Allensteiner Museums für die Neuzeit Rafał Bętkowski darauf aufmerksam, dass das Buch nicht komplett ist, weil ein Teil der Studien von Hugo Bonk fehlt, trotzdem lädt er alle ein, die an der Geschichte Allensteins interessiert sind, sich ein Exemplar zu besorgen, denn die Arbeit die gemacht wurde, ist doch beeindruckend.

 

Ermutigt wurden die Allensteiner Studenten zur Arbeit durch die Stadtverwaltung, die an das Erbe ihrer deutschen Vorgänger anknüpfen wollte. Auch die Finanzen des Projektes wurden vom Rathaus übernommen. Das Buch finden Sie auf www.pruthenia.pl.

 

Łukasz Biły