Ryszard Galla (links), Sejm-Abgeordneter der Deutschen Minderheit in Polen,  und Bernard Gaida, Vorsitzender des Verbandes der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen (VdG), wurden mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Bildquelle: VdG

Ryszard Galla (links), Sejm-Abgeordneter der Deutschen Minderheit in Polen, und Bernard Gaida, Vorsitzender des Verbandes der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen (VdG), wurden mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Bildquelle: VdG

Einen bewegenden Moment gab es für die deutsche Volksgruppe in Polen am Mittag des 20. Juni in der deutschen Botschaft in Warschau.

 

LB/S-K

 

Gleich zwei Führungspersönlichkeiten der organisierten Deutschen wurden auf Vorschlag der Vorsitzenden der Breslauer DSKG Renata Zajączkowska mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Der Abgeordnete Ryszard Galla und der VdG-Vorsitzende Bernard Gaida erhielten die Auszeichnung für besondere Verdienste um die deutsch-polnische Versöhnung und Stärkung der Strukturen der deutschen Minderheit aus den Händen des Botschafters Rolf Nikel. „In den letzten 25 Jahren ist die Geschichte der deutschen Minderheit eine Erfolgsgeschichte, Sie Herr Gaida und Sie Herr Galla, haben zu dieser Erfolgsgeschichte maßgeblich beigetragen“, so Rolf Nikel.
Keineswegs handelte es sich dabei um einen Ein-Mann-Show, wie Ryszard Galla nach der Auszeichnung betonte: „Ich hatte das Glück, mit vielen außerordentlichen Menschen zu arbeiten. Vor allem will ich den Mitarbeitern der SKGD, des VdG und der Stiftung danken“, hob der einzige Abgeordnete der Deutschen in Polen hervor. Besonders in den letzten Jahren, so Gaida, habe ihm die Gemeinschaft die Ehre gegeben, sie alle nach außen darin zu vertreten, Teil des deutschen Volkes zu bleiben. Dies werde öffentlich besonders durch die zweisprachigen Ortsschilder ausgedrückt, die das beste Zeichen seien, dass Gespenster der Vergangenheit überwunden werden.
Auf der VdG-Homepage ist der Wortlaut der kompletten Rede Bernard Gaidas abgedruckt, in der es heißt: „Verdienstorden bekommt man für besondere Verdienste und ich fand meine Verdienste gar nicht so besonders, wenn ich sie mit der Arbeit von tausenden Menschen in der Gemeinschaft der Deutschen in Polen vergleiche. Deswegen verstehe ich meine Ehrung als eine Würdigung der langjährigen ehrenamtlichen Tätigkeit von einer ganzen Reihe deutscher Schlesier, Pommern, Westpreußen und Ostpreußen, die das Leben der Gemeinschaft versuchen zu aktivieren, motivieren und fortführen. Natürlich habe ich mit der Auszeichnung noch ein Problem. Ich war es nämlich immer so gewohnt, dass man solche Auszeichnungen am Ende der Aktivität als Dank bekommt und so bin ich nicht sicher, was ich jetzt nach der Rückkehr aus Warschau in der Heimat weiter tun soll?“ Doch nicht nur Mitstreiter in den Verbänden fanden das volle Lob Gaidas. Unschätzbar sei ihm auch die Familie. Die Eltern waren es, „die sich darum bemüht haben, dass wir auch in den schwierigsten Nachkriegsjahren Deutsch sprachen.“