Noch gibt es im zukünftigen Museum viel zu tun Foto: Dom Grassa i Chodowieckiego.

Die Stadt Danzig ehrt Günter Grass erneut und plant ein ehrgeiziges Museumsprojekt: In einem Wohnkomplex aus dem 18. Jahrhundert soll das sogenannte Grass-und Chodowiecki Haus entstehen. Es soll eine Kunstgalerie sein, die den zwei deutsch-polnischen Künstlern gewidmet sein wird.

 

Noch sieht die Danziger Residenz wenig imposant aus, doch nach Entscheidung des Stadtrates soll sie bald neues Leben bekommen. Erbaut wurde sie noch zu Zeiten Friedrichs des Großen und seiner Nachfolger. Damals war sie als Schulgebäude gedacht, später als Wohnkomplex. Dem Bauwerk setzte die Zeit sehr zu, doch noch bis heute leben darin Menschen. Diese müssen jetzt ausziehen, sie bekommen von der Stadt neue, moderne Wohnungen. Im Relikt aus der deutschen Zeit planen die Danziger hingegen etwas, was außerhalb der Stadt seinesgleichen sucht: Eine Kunstgalerie, die dem deutschen Schriftsteller Günter Grass gewidmet sein wird. Als Namensgeber der Galerie bekommt Grass auch prominente Unterstützung. Neben ihm wird das Museum auch den polnischen, aber stark mit Deutschland verbundenem Kupferstecher und Grafiker Daniel Chodowiecki gewidmet.

 

Wie die Sprecherin des Danziger Stadtpräsidenten Katarzyna Kucz-Chmielecka sagt, sind im Gebäude, das die Zeiten von Grass und Chodowiecki widerspiegeln soll, zwei ständige Ausstellungen geplant. Dazu sollen auch Wanderausstellungen präsentiert werden, die an andere deutsch-polnische Künstler anknüpfen sollen. Dazu wird ebenfalls ein großer Saal für Konferenzen oder Konzerte hinzukommen: „Dies soll ein Ort der Treffen und der Gespräche sein“, so Kucz-Chmielecka. Die Ideengeber der Galerie argumentieren, die Verbindung zweier Namensgeber mit der Tatsache, dass beide ein Sinnbild für Vielfalt und Toleranz sind, weil sie mehrere Kulturen in sich vereinen.

 

Im Moment dauern in der Residenz, die künftig als Museum dienen soll, die Renovierungsarbeiten an. Parallel wird schon an Projekten der ständigen Ausstellungen gearbeitet. Für erste Besucher wird die Grass-Galerie zwischen 2018 und 2019 ihre Tore öffnen.

 

Łukasz Biły