Fast ein Jahr währten die Gespräche über eine Zusammenarbeit zwischen den Landkreisen Dolina in der Ukraine und Saalfeld-Rudolstadt in Deutschland. Zur Erinnerung: Im Mai vorigen Jahres besuchten Vertreter des mit dem Landkreis Oppeln befreundeten deutschen Landkreises den ukrainischen Landkreis Dolina (der 2006 eine Partnerschaft mit den Landkreis Oppeln schloss) und es gab dabei erste Gespräche über eine Zusammenarbeit zwischen Dolina und Saalfeld-Rudolstadt.

 


Foto: Smart/Wikipedia

 

 

Bei diesen Gesprächen wurde vor allem die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Kooperation beider Landkreise hervorgehoben. Und als Folge jenes Besuchs waren nun vor Kurzem Vertreter des Landkreises Oppeln mit Landrat Henryk Lakwa, seiner Stellvertreterin Leonarda Płoszaj und Kreisvorstandsmitglied Krzysztof Wysdak sowie Vertreter des Landkreises Dolina mit Landräten der Regierungs- und Regionalverwaltung bei Marco Wolfram, Landrat des Kreises Saalfeld-Rudolstadt, zu Gast.

 

Landrat als Initiator

„Der Zweck dieses Treffens war ein gegenseitiges näheres Kennenlernen der Vertreter des deutschen und des ukrainischen Landkreises im Hinblick auf eine Partnerschaft. Wichtig dabei: Inzwischen ist man sich im Kreistag von Saalfeld-Rudolstadt einig, dass nun mit der Vorarbeit an einer solchen Vereinbarung begonnen werden kann. Zu einer Vereinbarung selbst gibt es zwar noch kein offizielles Ja, aber es besteht zweifellos eine starke Hoffnung darauf, dass beide Landkreis schon bald eine Absichtserklärung unterzeichnen und so die Partnerschaft in die Wege leiten werden”, berichtet der Oppelner Landrat Henryk Lakwa, der diese Partnerschaftserweiterung initiiert hat. Krzysztof Wysdak vom Kreisvorstand machte seinerseits deutlich, dass der Landkreis Oppeln dort als Pate und „Hebamme“ vertreten war, denn nirgends sonst als im Landkreis Oppeln kam erstmals ein Zusammentreffen von Vertretern der beiden mit einer Partnerschaft liebäugelnden Landkreise zustande.

 

Im Bild die Vertreter des Landkreises Oppeln Krzysztof Wysdak (dritter von links, Mitglied der Kreisverwaltung), Leonarda Płoszaj (fünfte von rechts, stellv. Landrätin) und Henryk Lakwa (sechster von rechts, Landrat von Oppeln) zusammen mit den Repräsentanten des Landkreises Dolina und dem gastgebenden Landrat von Saalfeld-Rudolstadt Marco Wolfram (vierter von rechts).
Foto: Landratsamt Oppeln

 

Trotz Unterschieden ähnliche Probleme

„Zu betonen ist auch, dass der Landkreis Oppeln inzwischen sehr gute Partnerschaftserfahrungen sowohl mit Saalfeld-Rudolstadt, als auch mit Dolina hat, denn wir sind es, die wir vor einem Jahr unsere Freunde aus Saalfeld-Rudolstadt nach Dolina mitgenommen haben, wo sie sich die Arbeitsbedingungen ihrer ukrainischen Kollegen anschauen konnten. Dort begann dann auch der Gedanke an ein Dreieck Dolina – Saalfeld-Rudolstadt – Oppeln zu keimen”, so Krzysztof Wysdak. Das jüngste Treffen der Vertreter der an einer Kooperation interessierten Landkreise hatte auch zum Ziel, die Vorzüge des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt zu zeigen sowie auch, wie man dort mit eigenen Problemen umgeht, nachdem die deutschen Partner zunächst bei ihrem Besuch in der Ukraine einen Einblick in die ukrainischen Probleme bekommen hatten und anschließend auch bei sich zuhause, indem die ukrainische Seite bei ihrem Gegenbesuch in Deutschland ihren Landkreis und einige Projekte, bei denen man gern eine Beteiligung der deutschen Seite sehen würde, vorstellte. „Am Ende zeigte sich, dass trotz systempolitischer Unterschiede, der Zugehörigkeit oder Nichtzugehörigkeit zur EU, trotz unterschiedlicher Mentalitäten, Sitten und sogar Küchen die Probleme dennoch sehr ähnlich sind”, beteuert Henryk Lakwa und fügt hinzu: „Nämlich die Abwanderung junger Menschen aus dem jeweiligen Landkreis, eine notwendige umweltorientierte Umstellung der Wirtschaft, die Nutzung von Bodenschätzen sowie Landschafts-, Touristik- und Kurortvorteilen.”

 

 

Synergie ist Kraft

Es gibt somit eine Basis dafür, sich gemeinsam anzuschauen, wie der jeweilige Partner und Nachbar bestimmte Probleme löst. Dadurch besteht in nicht allzu ferner Zukunft auch die Chance auf gemeinsame Projekte, die durch Regierungen, Staaten oder die EU gefördert werden, denn bekanntlich bedeutet die Synergie vermehrte Kraft. An dieser Stelle sei auch hervorgehoben, dass das Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt und die dortige Sparkasse sowie weitere Unternehmen seit Bestehen des Landkreises Oppeln und bei gleichzeitig enormem Engagement des Oppelner Landratsamtes bereits seit vielen Jahren Heimkinder im Landkreis Oppeln mit alljährlichen Geschenkpaketen zu Weihnachten unterstützen. „Insgesamt haben wir zusammen mit dem Landkreis Saalfeld-Rudolstadt bereits viele Projekte mit positivem Ergebnis für beide Seiten realisiert”, sagt Henryk Lakwa und Krzysztof Wysdak ergänzt: „Zu betonen wäre auch, dass bei Besichtigungen unserer Einrichtungen bei uns oder in Deutschland u.a. über die Finanzierung und Arbeitsorganisation gesprochen wird. Es ist zwar schwierig, genau zu messen und zu sagen, wie positiv sich das auf den Landkreis Oppeln auswirkt, aber es gibt inzwischen eine Reihe von Fällen, dass ein positiver Effekt unserer Gespräche nach einem oder zwei Jahren kam, nachdem wir bei uns damit begonnen hatten, einen Ansatz zu verfolgen, der sich bei unseren Nachbarn gut bewährt hat. Es lohnt sich also und mit Sicherheit sind solche Besuche und Gespräche eine gut genutzte Zeit”, so Wysdak.

 

Die aktuellen Ergebnisse underes Wettbbewerbs finden Sie hier:

Konkurs: Samorządowiec Roku

Krzysztof Świerc