Am 14. und 15. April organisierte die Landsmannschaft Ostpreußen für die mittlere Generation der Deutschen Minderheit in der Woiwodschaft Ermland-Masuren im Gutshaus Gallingen bei Bartenstein das diesjährige Frühlingsseminar. Auf dem Programm stand unter anderem die Besichtigung einiger Herrenhäuser.

 

Gutshaus Groß Schwansfeld (Łabędnik).
Foto: Uwe Hahnkamp

 

Der Ort der Tagung, Gallingen, gehörte von 1468 bis 1945 der Familie zu Eulenburg. Dort war zuerst eine Wasserburg; das Gutshaus in seiner heutigen Form stammt aus dem 18. Jahrhundert. Das dazu gehörende Gehöft ist heute ein Gestüt und Hotel, das Seminar fand im Gutshaus selbst, in der früheren Remise für die Pferdewagen und in der Orangerie statt.

 

In Groß-Schwansfeld war ein Zweig der Familie von der Groeben ansässig, die von etwa 1400 bis 1945 mit der Region eng verbunden war. Das Herrenhaus ist gut erhalten, muss aber renoviert werden. Der private Eigentümer hat große Pläne, aber es fehlt an Geldern. Dieses Problem besteht auch beim Palast der Familie von Lehndorff in Steinort. Es blieb zwar im Jahr 1945 komplett erhalten, aber unachtsamer Umgang und die Witterung führten in den 90er-Jahren des 20. Jahrhunderts zu Schäden, die nun langwierig beseitigt werden müssen. Unklar ist auch das Nutzungskonzept für die Zeit nach der Renovierung.

 

Fast komplett renoviert ist nach etwa fünf Jahren Bauzeit hingegen das Gutshaus in Jäglack. Der private Besitzer hat dort eine Regionalstube eingerichtet, in der unter anderem die Fische Masurens und eine photographische Dokumentation der Renovierung gezeigt werden. Von einem weiteren Besitz der Familie zu Eulenburg in Prassen stehen dagegen nur noch Ruinen, aber auch diese machen mit ihren Dimensionen beeindruckend deutlich, welche Pracht dort in den besten Zeiten geherrscht haben muss.

 

Uwe Hahnkamp

 

 

Lektüreempfehlung: Małgorzata Jackiewicz-Garniec und Mirosław Garniec „Schlösser und Gutshäuser im ehemaligen Ostpreußen“. Das Buch liegt auf Polnisch und Deutsch vor.