Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Monday, December 6, 2021

Heilende Quellen von Charlotte

Ein Jahrhundert lang herrschten die Familien von Seher-Thoss und von Pückler über den kleinen Kurort Bad Charlottenbrunn. Der Name der Ortschaft entstammte übrigens der Ehefrau des Gutsbesitzers: Charlotte Maximilana von Pückler. Heute heißt der Ort Jedlina-Zdrój. Doch die ehemalige Herrin geriet nicht in Vergessenheit. Vor dem Kurhaus befindet sich eine Bronzeskulptur, welche die Adlige darstellt.


Die Ländereien um den späteren Kurort Charlottenbrunn haben die von Seher-Thoss im Jahr 1721 erworben. Während Hans Christoph von Seher-Thoss sich hauptsächlich dem Steinkohleabbau in der Gegend widmete, war Charlotte um die Entstehung eines Kurortes bemüht. 1723 kaufte sie das Land, auf dem später der Kurort aufgebaut wurde. Die heilende Quelle wurde Charlottenquelle benannt. Der Kurort erfreute sich großer Beliebtheit. 1743 reiste hierher sogar der preußische König Friedrich II. an.

Das Schloss ist heute ein echtes Schmuckstück
Foto: Jacek Halicki/Wikipedia

Rasche Entwicklung
1737 wurden die erste Trinkhalle, Baderäume, das Kurhaus und andere Objekte gebaut. Der erste richtige Kursaal für Kurgäste wurde errichtet. 1748 wurde das Gebäude allerdings in eine evangelische Kirche umgebaut. Hans Christoph verstarb 1743. Seine Ehefrau und sein Sohn herrschten gemeinsam über die Ländereien. 1785 war Graf Johann August von Seher-Thoss der Eigentümer von Bad Charlottenbrunn. Der Ort bestand damals aus 80 Häusern. 1825 waren es schon 98 Gebäude. An die evangelische Kirche wurde ein Turm angebaut. Es gab auch eine evangelische Schule, ein Feuerwehrhaus, zwei Mühlen und ein Pfarrhaus. Im Kurort weilten jährlich 100 bis 200 Kurgäste, also relativ wenig. Bad Charlottenbrunn hatte aber in dieser Hinsicht, mit Bad Salzbrunn und Altwasser ganz in der Nähe, eine starke Konkurrenz. 1835 entdeckte der damalige Besitzer Carl Krister eine Eisenquelle, die er nach seiner Frau „Theresienquelle“ benannte. Doch besonders verdient um die Entwicklung des Kurortes machte sich C. C. Beinert, dortiger Apotheker und Heilkundeexperte, der auch zahlreiche Reiseführer über Bad Charlottenbrunn und die Umgebung verfasste.

 

Die Skulptur auf dem Platz vor dem Kurhaus stellt Charlotte von Seher-Thoss dar.
Foto: Anna Durecka

Verspielte Chancen
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchs die Zahl der Kurgäste auf 3.000 jährlich. Die Zeit nach dem II. Weltkrieg bedeutete für Bad Charlottenbrunn Vernachlässigung und Verwüstung. Das Kurgeschäft wurde anfangs gar nicht fortgesetzt. Das Kurhaus verfügt heute über eine begrenzte Anzahl von Plätzen. An die Traditionen der Vorkriegszeit konnte man leider nicht anknüpfen.

Anna Durecka
Hervorhebung:
Die Ländereien um den späteren Kurort Charlottenbrunn haben die von Seher-Thoss im Jahr 1721 erworben.
Die Skulptur auf dem Platz vor dem Kurhaus stellt Charlotte von Seher-Thoss dar.
Foto: Anna Durecka

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