Vorsitzender Carsten Leth Schmidt. Foto: Wikimedia Commons.

Was der deutschen Minderheit in Polen 2018 bevorsteht, kommt auf die Deutschen in Dänemark schon in diesem Jahr zu. Traditionell finden im Herbst dort die Kommunalwahlen statt. Bei diesen tritt auch die Schleswigsche Partei an – die politische Vertretung der Deutschen in Dänemark.

 

Von den Prioritäten her ist die Schleswigsche Partei sehr ähnlich dem Wahlkomitee der deutschen Minderheit in Polen. Sie setzt vor allem auf die Förderung der eigenen Reihen, sprich der deutschen Minderheit, aber sie wirkt auch zum Wohle der gesamten Region. Dabei sind sowohl lokale Unternehmer und Wirtschaft allgemein wichtig, wie auch grenzübergreifende Zusammenarbeit. Bei der letzten Wahl von 2013 sind die Stimmen, die für die Partei abgegeben worden sind, in einigen Regionen von 6,5 auf 8,4 Prozent im Vergleich zu 2009 gestiegen. Dies gewährt der Gruppierung 31 Plätze in lokalen Parlamenten der Region.

 

Dieses Ergebnis will man 2017 noch toppen und bündelt dazu alle Kräfte. Besonders intensiv soll die Jugend der Partei dieses Mal mithelfen, die als die Jungen Spitzen bekannt ist. Helfen will die Jugend nicht nur im Wahlkampf, sondern gestaltet auch die Wahllisten mit: „Einige unserer Mitglieder werden sich für die Listenplätze zur Verfügung stellen, um Stimmen für die Partei zu fangen. Außerdem werden sich die Jungen Spitzen als Hilfskräfte anbieten, beispielsweise beim Plakate kleben“, sagte unlängst der Vorsitzende des Jugendvereines Phillip Schmidt. An Händen zur Arbeit wird es wohl nicht fehlen. Bei der letzten Jahresversammlung der Jungen Spitzen konnte ohne Probleme ein neuer Vorstand gewählt werden und man berichtete von einem Mitgliedszuwachs von 20 bis 30 neuen Leuten.

 

Über die aktive Rolle der eigenen Jugend dürfte sich auch Hauptvorsitzender der Schleswigschen Partei Carsten Leth Schmidt freuen. Mit vereinten Kräften wolle man „Vollgas bei den Wahlen geben“. Dabei bezieht man sich vor allem auf die Rolle als Bindeglied zwischen Deutschland und Dänemark: „Wir übernehmen die Rolle als Brückenbauer“, so Schmidt, der in Nordschleswig vor allem auf Zusammenarbeit, Krankenhauspolitik und Regionalplanung setzen will.

 

Die Chancen für die Deutschen bei den Wahlen stehen relativ gut. Seit dem ersten Start 2005 hat die Partei ständig einen Stimmenzuwachs erlebt. In einigen Regionen schaffte man sogar den Sprung um fünf Prozent, was in den relativ kleinen Kommunen in Dänemark einen sichtlichen Erfolg darstellt.

 

Łukasz Biły