Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Friday, October 22, 2021

In der Großen Mühle des Deutschen Ordens

 

 

Alle Besucher der uralten Hansestadt wie auch ihre Einwohner kennen die einstige Barbakane, auch Stockturm genannt, wo eine Abteilung des Museums von Danzig – das Bernsteinmuseum – untergebracht ist. Diese Anschrift gehört aber bald der Vergangenheit an.

 

Seit über einem Jahr dauern die Arbeiten an dem neuen Sitz des Bernsteinmuseums, die mit Volldampf vorangehen. Bald kommt der Umzug in die Große Mühle am Radaunekanal.

Die Große Mühle, vom Deutschen Orden im 15. Jahrhundert erbaut, war der größte Betrieb des Mittelalters. In einer derart ausgeklügelten Weise erbaut, dass sogar die alten Römer sich ihrer nicht schämen würden, arbeitete die Mühle bis 1945. Um die Jahrhundertwende erhielt sie einen Motorantrieb. Nach dem Niederbrennen durch die Sowjetarmee und dem späteren Wiederaufbau beherbergte sie jahrelang ein Einkaufszentrum, in der Zeit der Volksrepublik Polen sogar einen Pewex – ein Luxusgeschäft des sogenannten inneren Imports für die Parteifunktionäre.

Nun zieht es in die Mühle um. Foto: privat

Nun soll die alte Ordensmühle zum Bernsteinmuseum werden. Die feierliche Eröffnung wird am 28. Juni 2021 stattfinden. In den vier Etagen der Mühle findet man sehr viel Platz für traditionelle wie auch digitale Ausstellungen.

Das bisherige Bernsteinmuseum in einem einstigen Stadtgefängnis und früherer Barbakane war nicht genug geräumig. In den ehemaligen Gefängniszellen und Folterstuben konnte man die Sammlungen der Öffentlichkeit nicht angemessen präsentieren. Die neuen Räumlichkeiten sind so groß, dass sie sogar das weltberühmte Bernsteinzimmer von Zarskoje Selo, später vom Königsberger Schloss, aufnehmen könnten, wenn es im Original noch vorhanden wäre.

Im Stockturm befand sich bisher das Bernsteinmuseum.
Foto: privat

An der Gestaltung der neuen Abteilung des Museums von Danzig sind einige Deutschdanziger von der Danziger Deutschen Minderheit (DDM beteiligt, die im Museum von Danzig angestellt sind, in dem sie, wie auch ihre Vorfahren, an der Kultur der Heimatstadt mitwirken. Genau nach dem Vermächtnis unseres ermordeten Präsidenten Paweł Adamowicz: Alles für Danzig, oder, wie ich selbst sage, mit einem Ausdruck aus meiner Kindheit: Ein Herz für Danzig!

 

Krzysztof Jachimowicz
Vorsitzender der GMN

 

 

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