Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Monday, December 6, 2021

In netter Gesellschaft geht es leichter (+Video)

 

 

Rund ein Dutzend Besucher zählt der Oppelner Deutsch-Stammtisch am 28. Juli. In fröhlicher Runde kommt schnell jeder mit jedem ins Gespräch. Sprachbarrieren gibt es nicht.

Den Oppelner Stammtisch organisieren der DFK Oppeln Zentrum und das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa). Foto: Marie Baumgarten

 

Oppeln Ende Juli, am Abendhimmel steht die Sonne noch in voller Kraft. Monika Czok ist gerade auf dem Weg zu einer besonderen Verabredung: dem Deutsch-Stammtisch in Oppeln. Nach der Corona-Zwangspause findet er nun endlich wieder statt. Einmal im Monat, immer in einer anderen Kneipe, diesmal im begrünten Biergarten von Radio Opole, einem der wohl schönsten Biergärten der Stadt. Die Deutschlehrerin im Mutterschaftsurlaub freut sich, beim Stammtisch endlich mit Erwachsenen Deutsch zu sprechen. Das tut sie derzeit nämlich nur mit ihren Kindern.

 

„Ich bin Mutter von drei Kindern, die ich zweisprachig erziehe“, sagt sie. „Mein Mann und ich haben entschieden, dass er mit ihnen schlesisch spricht, ich Deutsch. Im Kindergarten und im öffentlichen Leben lernen sie Polnisch.“ Das klappe prima und Deutsch beherrschen sie mittlerweile wie eine Muttersprache, versichert die Oppelnerin.

 

Die Oppelner Region sei aufgrund ihrer wechselhaften Geschichte eine besondere, sagt Monika und sie will dazu beitragen, die deutsche Sprache hier zu stärken. Und wie könnte das leichter gehen als in netter Gesellschaft bei einem kühlen Getränk, finden auch die anderen Stammtischler.

 

Darunter Rentnerin Urszula, die Schlesierin, sagt: „Ich hatte schon längst Pläne gehabt, mit jüngeren Menschen zusammen zu kommen. Und ich bin wegen der lebendigen deutschen Sprache gekommen. Bücher lese ich alleine. Aber das live, das interessiert mich.“ Zum nächsten Stammtisch wolle sie wiederkommen.

 

 

Für den Polen Tomek ist Deutsch aus beruflichen Gründen wichtig. „Ich möchte in Zukunft mit deutschen Unternehmen zusammenarbeiten“, dafür übe er fleißig so wie hier beim Stammtisch, sagt Tomek.

 

Und Brigitte, die nach vielen Jahren Deutschland in die schlesische Heimat zurückgekehrt ist, freut sich, dass sie beim Stammtisch über ihr große Leidenschaft sprechen kann:
„Schlesisch-deutsche Literatur und Poesie. Dass das hier mal auf den Tisch kommt. Damit möchte ich den Menschen eine Freude machen. Und das teilen, was mich seit Jahren selber begeistert.“

 

Der nächste Oppelner Stammtisch findet wieder in einem Monat statt, und zwar am 25. August. Der Treffpunkt wird vorab auf der Facebook-Seite des Mit-Organisators DFK Oppeln-Zentrum bekanntgegeben. Auch das Wochenblatt wird Sie, liebe Leserin, lieber Leser, vorab informieren.

 

Marie Baumgarten

 

 

 

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