In Potsdam finden ein Mal im Monat die „deutsch-polnischen Gespräche“ statt.

Die Initiative der Gesellschaft für deutsch polnische Nachbarschaft Sąsiedzi e.V. will ein vielschichtiges Bild über Polen vermitteln. Diesmal ging es um das deutsch-polnische Verhältnis in der 1930er Jahren.

 

 

Polen kann man durchaus als Juniorpartner Deutschlands in den 1930er Jahren betiteln. Mit dieser für den historischen Laien erstaunlichen Erkenntnis endeten die deutsch-polnischen Gespräche am 2. November in Potsdam. Der Historiker Dr. Bernard Wiaderny von der Freien Universität Berlin war in diesem Monat Gast der Veranstaltung. Dr. Wiaderny ist Autor einer Biografie des letzten deutschen Vorkriegsbotschafters in Warschau, Hans-Adolph von Moltke und erzählte über die Vorkriegszeit der 1930er Jahre. Das deutsch-polnische Verhältnis war während der ersten Jahre der NS-Zeit besser als bisher als viele annahmen. Die Spannungen nahmen erst mit der Forderung Deutschlands zu, einen exterritorialen Korridor nach Danzig von Polen zu fordern. Das lehnte die polnische Regierung strikt ab. Diese geschichtlichen und biographischen Details des Diplomaten, die Wendungen im Verhalten von Moltkes zu Polen deutlich werden ließen, überraschte das Publikum und gab weiteren Stoff zum Nachdenken und Recherchieren.

 

 

Die Gesellschaft für deutsch-polnische Nachbarschaft – Sąsiedzi e.V lädt monatlich Interessierte der Region Potsdam/Berlin ein, sich über Polen und die deutsch-polnischen Beziehungen zu informieren. Dazu werden Gäste aus Wissenschaft, Politik, Forschung ebenso Journalisten, Vereine und Experten gewonnen, mit denen man schnell auch ins Gespräch und sich so ein eigenes Bild über Polen machen kann.

 

 

Christian Schmidt