Artur Klose soll sich wegen seiner umstrittenen Kunstwerke vor einem deutschen Gericht verantworten. Zuletzt ist in Schlesien ein Film über seine Arbeit entstanden – und die zielt diesmal auf PiS-Regierungschef Jarosław Kaczyński.

 

Porträt von PiS-Parteichef Jarosław Kaczyński – gefertigt aus Entenkot. Wo es sich befindet, wird geheim gehalten. Foto: privat

 

Vor Kurzem haben wir über Artur Kloses Schwierigkeiten mit der deutschen Justiz berichtet (Ausgabe 1374). Gegen den oberschlesischen Künstler ist Anklage wegen Volksverhetzung erhoben worden.

 

Klose hatte in dieser Angelegenheit viel Unterstützung aus der Ukraine erhalten. Die bekannte ukrainische Kunstorganisation „Sorry, we have no rooms available“ hatte Klose nach Lemberg eingeladen und sich damit demonstrativ solidarisch mit dem deutschen Kollegen gezeigt. In der Ausstellung „Artur Klose und seine Strafsache ST/1316017/2017″ waren Kloses Werke und Werke ukrainischer Künstler zu sehen. Sogar das Aktenzeichen findet sich im Titel, und so hat es Klose geschafft, selbst aus der Anklage gegen ihn ein neues Kunstwerk zu machen.

 

Auftrag aus Polen

Ende Juli hat Artur Klose wieder eine Einladung erhalten – diesmal aus seinem Geburtsland Polen. Er wurde gebeten, nach dem Vorbild des Porträts von dem Kasseler Landrat Uwe Schmidt ein Kunstwerk von dem Vorsitzenden der polnischen Regierungspartei „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS) anzufertigen.

 

Zur Erinnerung: Auf der Internetseite www.kanacken-sind-untermenschen.de. befasst sich Artur Klose unter anderem mit dem Kasseler Landrat Uwe Schmidt. Klose zeigt dort ein Porträt des Landrates, das er aus Hundekot angefertigt hat.

Mitarbeiter des Kasseler Landratsamtes sind auf die Seite aufmerksam gemacht worden. Das Landratsamt hat den Hinweis an die Kasseler Staatsanwaltschaft weitergeleitet, und diese hat dann wegen Volksverhetzung ein Verfahren gegen den Künstler eröffnet – für Klose ein Angriff auf die Freiheit der Kunst.

 

Streng geheim

Nicht aus Hundekot, sondern aus Entenkot hat Klose jetzt in Polen sein neuestes Werk dieser Art geschaffen, denn auf Polnisch heißt Ente „kaczka“ und spielt auf den Namen Kaczyński an. Grund für den Auftrag: Der PiS-Chef zerstöre die Demokratie.

Über den Fertigungsprozess ist ein Dokumentarfilm entstanden. Doch noch ruhen Film und Porträt in einem dunklen Kämmerchen irgendwo in Oberschlesien. Was in Zukunft damit passieren soll, ist unklar. „Ob es eine Ausstellung geben wird, wissen wir nicht. Die Menschen haben Angst, darum bleibt vorerst geheim, wo sich das Porträt befindet, damit keiner es zerstören kann“, sagt Klose.

 

In Oberschlesien wird es um Artur Klose also bald ziemlich laut werden.

 

Artur Klose kam 1971 in Krappitz (Krapkowice) zur Welt. Nach der Grundschule besuchte er das Lyzeum für Bildende Künste in Oppeln, das er 1991 abschloss. Er ging als Spätaussiedler nach Deutschland. Später verfasste er 29 Comics über Schlesien, sie heißen „Geiheimnisvolles Oppelner Land“.

 

Marie Baumgarten

 

Zur Erinnerung:

Artur Klose: Oberschlesischer Künstler wegen kontroverser Werke vor Gericht