Sehenswert ist vor allem die Berghütte, die 1913 von der Bielitzer Abteilung des deutschen Beskidenvereins erbaut wurde.
Foto: Łukasz Malkusz

Rechts verschwindet auf einmal der Wald und es erstreckt sich eine wunderschöne Aussicht auf Bielitz-Biala.
Foto: Łukasz Malkusz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn man über die Geschichte der Deutschen in Polen spricht, hat man vor allem die Gebiete im Sinne, die früher Teil von Preußen waren. Bergwanderungen sind eine Gelegenheit, um diese Geschichte auch woanders zu finden, zum Beispiel in Kleinpolen. Bis heute sieht man dort, in den Kleinen Beskiden, Spuren des deutschen Beskidenvereins.

 

 

Die kürzeste Variante einer Wanderung auf den Josefsberg beginnt auf dem Przegibek Bergpass. Hierhin kann man entweder aus Bielitz-Biala (Bielsko-Biała) oder Międzybrodzie Bialskie auf einer schmalen und steilen Landstraβe kommen. Bis zum Josefsberg sind es von hier nur zwei Kilometer, die Strecke hat es aber in sich. Nach oben führt der blaue Wanderweg, der es erlaubt über 250 Meter Höhenunterschied zu bezwingen. Wegen dieser Steilheit kommt man nur langsam voran, und der Aufstieg dauert fast eine Stunde.

 

Wunderschöne Aussicht

Empfehlenswert ist es auch, sich auf dem Weg auszuruhen. Die beste Gelegenheit dafür bietet sich kurz vor der Hälfte dieses Teilstücks, je nach Tempo nach etwa 20-30 Minuten. Rechts verschwindet auf einmal der Wald und es erstreckt sich eine wunderschöne Aussicht auf Bielitz-Biala. Der Ort war noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts (damals aus zwei unabhängigen Städten bestehend) von tausenden Deutschen bewohnt, die vor allem an der wirtschaftlichen Entwicklung der Gegend einen großen Anteil hatten. Noch heute kann man dort Fabriken sehen, die von den Familien Büttner, Tugendhat, Schlesinger oder Josephy erbaut wurden.

 

Auf dem Gipfel wurde Deutsch gesprochen

Nach zirka einer Stunde ist man bei 909 Metern auf der Spitze des Josefsbergs angelangt. Sehenswert ist vor allem die Berghütte, die 1913 von der Bielitzer Abteilung des deutschen Beskidenvereins erbaut wurde. Es ist das dritte Gebäude dieser Art hier. Die vorherigen, 1903 und 1907 aus Holz erbaut, sind abgebrannt. Bis 1919 war die Hütte ein Treffpunkt der Deutschen aus der Region und ein Wintersportort. In der Umgebung wurden Skilaufstrecken und eine Schlittenbahn eingerichtet, neben dem Gebäude funktionierte eine Wetterstation. Nach dem Ersten Weltkrieg musste der Beskidenverein jedoch die Berghütte räumen. Sie wurde zum Eigentum des Polnischen Tatra-Vereins.

Der Gipfel des Josefsbergs ist mit Wiesen bedeckt, von denen sich Ausblicke in fast jede Richtung erstrecken. Von hier sieht man sowohl ein Panorama der Kleinen Beskiden, wie auch der Schlesischen Beskiden und der Saybuscher Beskiden und bei gutem Wetter sieht man deren höchsten Gipfel – Pilsko.

Zurück auf dem Parkplatz ist man in etwa 35 Minuten. Wer aber noch nicht genug hat, kann die Wanderung etwas verlängern und den Czupel besteigen, der mit 933 Metern der höchste Gipfel der kleinen Beskiden ist. Es ist ein einfacher Spaziergang, der von der Berghütte ein bisschen unter einer Stunde in Anspruch nimmt.

Łukasz Malkusz