Der Wettbewerb „Jugend debattiert international“ wird in Polen seit 2005 veranstaltet. Dieses Mal übernahm die Koordination in der Oppelner Region Nina Diehl, die seit September am Zweiten Lyzeum in Oppeln unterrichtet.

Debattiert haben die Schüler wie gewohnt in der Oppelner Eichendorff-Bibliothek. Foto: Zentrale Joseph von Eichendorff Bibliothek

Den Wettbewerb kennt Nina aus Deutschland, aber da war sie nur als Zuschauerin dabei: „Es war eine neue Erfahrung für mich, aber es hat großen Spaß gemacht“ sagt Diehl. Um am Wettbewerb mitzumachen müssen vier Schulen einen Schulverband gründen. So einen bilden die Lyzeen in Oppeln, Teschen, Krappitz und Groß Strehlitz. Aus jeder Schule kamen zum Regionalfinale in die Eichendorff-Bibliothek in Oppeln jeweils zwei Personen. „Ich bin meiner Vorgängerin Grit Gamlin sehr dankbar, dass sie den Wettbewerb etabliert hat, und aus unserer Schule in die Eichendorff-Bibliothek verlegt hat, was dem ganzen einen sehr feierlichen, aber auch neutralen Rahmen gibt, denn die anderen Schüler kommen dann an einen Ort, der nicht mit unserer Schule zusammenhängt“, freut sich die Koordination.

Gewinnerinnen des Wettbewerbs sind Wiktoria Görlich und Karolina Fronia, beide kommen aus Ellguth Proskau und besuchen die erste Klasse des Zweiten Lyzeums in Oppeln. Das Thema: „Soll Sexualkunde in der Grundschule obligatorisch werden“ fand Karolina Fronia nicht so leicht. „Das war eher so ein Schamthema, aber wir haben während der Vorbereitungen in der Schule viel darüber geredet, Argumente gesammelt und dann wurde es auch leichter.“ Einen festen Standpunkt hatte sie zu diesem Thema nicht: „Vielleicht war es deswegen etwas leichter für mich“ überlegt Karolina. „Meine Mutter hat den Wettbewerb schon früher gekannt und meinte, dass ich das einmal versuchen sollte. Sobald sich die Möglichkeit bot, habe ich mich angemeldet“ sagt Wiktoria Göhrlich, die sich außer in der Schule auch zu Hause mit ihrer Mutter vorbereitet hat. Gestresst war sie dann doch: „Ich habe die Position Pro gelost, Kontra wäre mir lieber gewesen.“ Was Wiktoria aber nicht davon abhielt, den ersten Platz zu belegen.

Am 23. April werden die Finalistinnen an der Landesqualifikation in Warschau teilnehmen.

An dem Wettbewerb „Jugend debattiert international“ nehmen ca. 2300 Schüler an über 150 Schulen in Tschechien, Estland, Polen, Russland, Ungarn, Litauen, Lettland, der Slowakei und der Ukraine teil. Der Wettbewerb richtet sich an Schüler der Lyzeen und wird vom Goethe-Instituts, der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“, der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung und der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen organisiert.

Die Themen zur Debatte in Warschau lauten:

1.  Sollen Generäle und hohe Offiziere der Volksrepublik Polen, die gegen die Staatsraison gehandelt haben, auch posthum degradiert werden können?
2. Soll die  Pelztierhaltung in Polen verboten werden?

Manuela Leibig