An der Jahresversammlung nahmen sowohl viele Mitglieder wie auch zahlreiche Politiker teil.

Im Rahmen der Strukturen der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien spielen die Kreise bei weitem nicht so eine große Rolle wie in der Woiwodschaft Schlesien und doch sind sie in der Pyramide ein wichtiges Glied, was die letzte Jahresversammlung im Rosenberg (Olesno) zeigte.

 

Die Jahresversammlung in diesem Jahr brachte nicht nur die Aktivisten der deutschen Minderheit in Form der DFK-Vorsitzenden aus dem Kreis Rosenberg zusammen, sondern auch zahlreiche Vertreter der Politik. Unter denen fanden sich etwa der Abgeordnete Ryszard Galla oder das Mitglied des Sejmik Herbert Czaja wieder. Was den Kreis so besonders macht: In einigen Fällen überschneiden sich die Rollen. Junge Aktivisten des Kreises wie etwa Damian Hutsch engagieren sich sowohl im Rahmen einer Rolle als Führungspersönlichkeit der Strukturen und als lokale Politiker (Kreisratsmitglied).

 

Ein voller Erfolg

 

In vielerlei Fällen unterschied sich das Treffen am Samstag, den 22. April, nicht von anderen DFK-Jahresversammlungen: Man erstattete Berichte von der Tätigkeit des letzten Jahres und konzentrierte sich auch auf die Pläne der nächsten Arbeitsperiode. Ein gravierender Unterschied zwischen den DFKs und den Kreisen besteht jedoch im Profil der Aufgaben, die beide Vereine  erfüllen sollen: „In der Oppelner Region verwirklichen die Kreise weniger ihre eigenen Projekte, aber sie unterstützen und koordinieren die Arbeit der DFKs umso mehr“, antwortet Damian Hutsch auf die Frage nach der Arbeit des Kreises Rosenberg 2016. Dies bedeutet aber nicht, dass der Kreis überhaupt keine Initiativen zu verzeichnen hat. Lob findet Hutsch vor allem für das letzte Kreiskonzert auf das „man stolz sein könne“, diese Initiative wolle man unbedingt wiederholen, weil sich das Konzert einer großen Beliebtheit erfreute und „ein voller Erfolg war“.

 

Potenzial ist vorhanden

 

Wie in den meisten DFK-Kreisen bereitet aber auch in Rosenberg die Zukunft die meisten Kopfschmerzen. Trotz starker und relativ junger Vertretung in der Selbstverwaltung, beobachtet man nach Damian Hutsch trotzdem einen fast ständigen Rückgang der Mitglieder, doch genau dazu seien auch Versammlungen wie die letzte wichtig, um sich zu treffen und zu debattieren, welche Unterfangen man in die Wege leiten kann, um diesen Sachstand wenigstens zu stoppen und in Zukunft auch umzudrehen. Einen besonderen Hoffnungsschimmer hat man in diesem Bereich schon, den man bei der Jahresversammlung auch explizit unterstrichen hat. Wie Damian Hutsch berichtet, sei der Kreis Rosenberg einer dieser Kreise, in den eine der größten, wenn auch nicht die größte, Subvention für Deutsch als Minderheitensprache fließt. Dieses Geld nimmt eine Vielzahl von Schülern in Anspruch, die schon jetzt intensiv die Sprache lernen und diesbezüglich auch potenzielle Anwärter für zukünftige Eliten der deutschen Minderheit sind. Zu unterstreichen ist die Tatsache, dass in Rosenberg auch in Mittelschulen, wie beispielsweise im Technikum, Deutsch als Minderheitensprache unterrichtet wird. Drei von fünf Schulen dieser Stufe in der gesamten Region mit diesem Unterricht befinden sich im Kreis Rosenberg, was die deutschen Aktivisten als enormen Erfolg und „großes Potenzial“ ansehen.

 

Dank an die Mitglieder

 

Einen besonderen Dank richtet Damian Hutsch aber an die Mitglieder und DFK-Vorsitzenden, ohne die all die Erfolge des vorherigen Jahres nicht möglich gewesen wären. Außer Erfolgen in der Selbstverwaltung und im Schulwesen seien nämlich auch ständige Erfolge in den DFKs selber zu verzeichnen. Ein Beispiel dafür ist etwa die besonders beliebte deutsche Heimatstube in Zembowitz.

 

Łukasz Biły