Nur noch wenige erinnern sich heute an die Anfänge der Deutschen Minderheit in den 1980er und 1990er-Jahren, als die ersten DFKs entstanden sind. Am 28 Februar fand in der Eichendorf-Bibliothek ein Treffen unter dem Motto „Kraft des Dialogs – die deutsche Minderheit in Oberschlesien in den 1980er und 1990er-Jahren“ statt, welches an diese Zeit erinnerte.

 

 

Krzysztof Ralle aus Ottmütz, Jan Lenort aus Groß Stein und Richard Urban aus Himmelwitz erinnerten sich an die Anfänge der deutschen Minderheit. Foto: HDPZ

 

Das Projekt wurde vom Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit organisiert, das an diesem Nachmittag vor allem Zeitzeugen das Wort übergeben hat. Joanna Lusek und Izabela Waloszek leiten das Projekt „Archiv der erzählten Geschichte“. Jugendliche suchen Zeitzeugen, um von ihnen Erzählungen aus der Vergangenheit zu hören. Das nehmen sie dann auf und bearbeiten das Material. Die Projektleiterinnen und eine Teilnehmerin erzählten wie alles ablief. „Die Jugend will mit den älteren Leuten reden. Sie wollen mehr erfahren und fragen auch manchmal ob sie mehr als nur ein Interview machen dürfen. Das freut uns. Dank dem Projekt entstehen Brücken zwischen den Generationen“, erklärte Izabela Waloszek den zirka 50 Zuhörern. Krzysztof Ralle aus Ottmütz, Jan Lenort aus Groß Stein und Richard Urban aus Himmelwitz waren von Anfang an bei der Entstehung der Deutschen Minderheit dabei. Im zweiten Teil des Treffens erzählten die Zeitzeugen über die 1980er und 1990er- Jahre, darüber was damals alles los war. Die Männer erinnerten sich an Johann Kroll, seine Willensstärke, an den Aufwand, welcher damals die Unterschriftensammlung gekostet hat, an Probleme, die Ihnen bei der Entstehung der SKGD im Weg standen. „Wir haben angefangen uns zum Singen zu treffen. Das Problem war, das wir keine Gesangbücher hatten. Jeder brachte von Zuhause das mit, was er hatte, aber die Texte und Melodien unterschieden sich halt. Ich fuhr zu einem Bekanntem der mir 200 gleiche Liederbücher drucken sollte. Als ich sie abends abholen wollte, stellte sich heraus, dass, sofort nach dem ich weg war, die kommunistische Sicherheitsbehörde zu ihm kam. Sie drohten ihm, dass, wenn er für uns druckt, sie ihm das Gerät wegnehmen“, erinnerte sich Richard Urban. Nach den Aussagen der Zeitzeugen fand rege eine Diskussion statt mit der der Abend abgeschlossen wurde.

 

A. Polański