Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Tuesday, December 7, 2021

Kultur, Glaube und Identität

 

 

Der DFK Gogolin veranstaltete Feierlichkeiten zum 30-jährigen Jubiläum seines Bestehens. Es wurde auch an die erste deutschsprachige Heilige Messe erinnert, die genau an diesem Tag vor 30 Jahren an der Gottesmutter-Kapelle in Gogolin abgehalten wurde.

 

Auf den Tag genau vor 30 Jahren wurde in Gogolin die erste deutschsprachige Heilige Messe gelesen. Foto: A. Polański

 

30 Jahre ist es her, dass die deutsche Sprache wieder in Gogolin zu hören war. Mit der Gründung des SKGD durch Johann Kroll sowie weitere Männer und Frauen der ersten Stunde fing das Deutsche an, immer stärker wieder in die Öffentlichkeit zu rücken. Die Menschen trafen sich, redeten, sangen deutsch und lebten ihre Identität aus. Schnell gelangten die Deutschen in der Region zu dem Entschluss, dass auch auf lokaler Ebene organisierte Gruppen der deutschen Minderheit bestehen sollten. So wurde in Gogolin, wie auch in vielen anderen Ortschaften Oberschlesiens, die erste Ortsgruppe, der Deutsche Freundschaftskreis, kurz DFK, gegründet.
Am 22. August 1990 fand an der Gottesmutter Kapelle auf den Wiesen bei Gogolin die erste deutschsprachige Heilige Messe statt. Sie wurde von dem Kaplan zelebriert, der damals in der Herz Jesu Kirche in Gogolin diente. Danach hielten kurze Zeit Franziskaner vom Annaberg die Messen, bis Pfarrer Prof. Joachim Piecuch die Funktion des deutschen Seelsorgers übernahm. Bis heute feiert er jeden Sonntag die Eucharistie in deutscher Sprache.

 

„Heute das 30. Jahr in Folge die Messe in Deutsch zu feiern, war für mich sehr emotional. Ich war den Tränen nahe, als ich die Gesichter der Menschen gesehen habe, die schon so lange ihren Glauben in der Sprache des Herzens ausleben können. Wir haben hier an der Kapelle eine kleine Heimat gegründet“, erzählt der Seelsorger.

 

Nach der Messe hielt Diakon Marek Dziony einen Vortrag, in dem er an Beispielen einiger schlesischer Traditionen das Phänomen erklärte, wieso manche von ihnen verschwinden und andere wiederum jahrelang erhalten bleiben. Für ein nettes Beisammensein bei Musik sorgte der lokale Musiker Brass Man.

 

„Ich freue mich sehr, dass an den Feierlichkeiten Menschen teilnahmen, die von Beginn an unseren DFK mitgestalten und für die die Werte unserer Tätigkeit eine wichtige Rolle im Leben spielen. Unter anderem war Herr Henryk Kroll, der Sohn des Gründers und selbst jahrelang Vorsitzender der SKGD, dabei. Wir haben zu diesem Anlass Flyer und Postkarten, aber auch Schlüsselbänder anfertigen lassen, die alle Anwesenden erhalten haben“, so der DFK-Vorsitzende Krystian Polański.

 

Das Projekt wurde vom Bundesministerium des Innern für Bau und Heimat im Rahmen der „Begegnungsstättenarbeit“ sowie aus Eigenmitteln des DFKs Gogolin finanziert.

Andrea Polański

 

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