Am vergangenen Montag wurde Marek Witek (2.v.r.) als neue Beauftragter des Woiwodschaftsvorstandes für Multikulturalität vorgestellt.
Foto: R.Urban

Mit Marek Witek, dem neuen Beauftragten des Oppelner Woiwodschaftsvorstands für Multikulturalität, der am vergangenen Montag in sein neues Amt eingeführt wurde, sprach Rudolf Urban.

 

Herr Witek, Sie waren in den letzten Jahren Vizebürgermeister von Guttentag und haben nach den Kommunalwahlen 2018 erneut einen Beamtenposten in der dortigen Stadtverwaltung bezogen. Wie kam es nun dazu, dass Sie jetzt zum Beauftragten für Multikulturalität geworden sind?

Ich bekam Ende November 2018 einen Anruf mit dem Angebot, diesen Posten zu übernehmen. Mir wurde dabei Bedenkzeit gegeben. Schon damals zog ich einen Wechsel in eine andere Gemeindeverwaltung in Erwägung, aber diese Stelle erschien mir dann noch als interessanter und bot zugleich eine Entwicklungsmöglichkeit. Dass man diesen Anruf bei mir getätigt hat, stand sicherlich im Zusammenhang mit meiner langjährigen Erfahrung in der Kommunalverwaltung und meinem Arbeitsstil sowie meinen Interessengebieten.

 

 

Eine neue Funktion, die jetzt auch noch zum ersten Mal in der Woiwodschaft Oppeln besetzt wird, ist eine ziemliche Herausforderung. Da geht es nicht nur um konkrete Ziele, die im Koalitionsvertrag festgeschrieben sind, sondern auch um die vermutlich kritische Einstellung der Opposition zu Ihrer Arbeit. Haben Sie auch Befürchtungen im Hinblick auf Ihre neue Tätigkeit als Beauftragter?

Es ist die Rolle einer jeden Opposition, die Entscheidungen der Regierenden anzuzweifeln, deshalb erwarte ich auch kritische Blicke auf diesen Posten und auf meine Arbeit. Als Bürger unserer Woiwodschaft bin ich froh, dass mit dieser Dienststellung die Multikulturalität eine konkrete Zuständigkeit bekommen hat. Diese bezieht sich auf eines ihrer charakteristischen Merkmale, ein landesweites Alleinstellungsmerkmal und dadurch auch eine Trumpfkarte in vielen Bereichen, wie etwa der Wirtschaft und Touristik.

 

Was ist für Sie das Wichtigste an dieser neuen Funktion? Was ist hierbei sozusagen der Minimalplan?

Die Stelle ist völlig neu und ich muss sie deshalb von Grund auf neu aufbauen. Das ist für mich eben die wichtigste Herausforderung für den Anfang. Vor allem muss ich gute und effiziente Beziehungen innerhalb des Marschallamtes aufbauen. Nicht minder wichtig sind aber auch die Beziehungen mit den Kulturgruppen der Woiwodschaft – diese sind es ja, denen diese Dienststellung am meisten dienen soll.
Der Minimalplan richtet sich nach der jeweils zu betrachtenden Zeitspanne. Das erste Jahr wird mit Sicherheit von einem weitgefassten Aufbau der Dienststellung geprägt sein, aber man muss sich dabei auch um Aufgaben mit einem längeren Abwicklungszeitraum kümmern als derjenige, der im Koalitionsvertrag steht, so z.B. um das Dokumentations- und Ausstellungszentrum der Deutschen Minderheit und die Kresy-Ausstellung. Eine große Herausforderung ist auch ein wirkungsvoller Umgang mit den Bürgern der Ukraine, die sich in unserem Gebiet zu Erwerbszwecken aufhalten.

 

 

Und wie würden Sie Ihre eigene Identität in der multikulturellen Woiwodschaft Oppeln bezeichnen?

Reichhaltig, weil multikulturell. Ich bin vor allem ein Schlesier deutscher Abstammung, zugleich aber auch ein Staatsbürger Polens, gegenüber dem ich allen meinen Pflichten nachkomme und dem ich viel verdanke. Zudem bin ich auch stolz darauf, ein Europäer zu sein.

 

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