Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Tuesday, October 26, 2021

Kulturpreis Schlesien für 2020 und 2021

Nach einem Jahr coronabedingter Pause fand am vergangenen Wochenende (2.10.) die Verleihung des Kulturpreises Schlesien des Landes Niedersachsen statt. In Breslau wurden die Preisträger aus dem vergangenen und diesem Jahr gekürt.

 

Der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius und der Marschall der Woiwodschaft Niederschlesien, Cezary Przybylski, haben in der Breslauer Oper die Preisträger und Preisträgerinnen ausgezeichnet. „Es ist ein wichtiges und sichtbares Zeichen für die Partnerschaft zwischen der Woiwodschaft Niederschlesien und dem Land Niedersachsen. Im vergangenen Jahr konnten die gemeinsamen Feierlichkeiten leider nicht stattfinden. Die Pandemie bedeutete gerade für die Kulturschaffenden eine tiefe Zäsur und es wird noch ein wenig dauern, bis insbesondere der kulturelle und grenzübergreifende Austausch wieder vollständig hochgefahren wird. Daher ist mit dieser Preisverleihung auch ein positives Signal an die Kulturschaffenden verbunden, denn ihre Arbeit ist für den Erhalt und die Förderung des schlesischen Kulturerbes elementar“, sagte Minister Pistorius während der Veranstaltung und Marschall Przybylski meinte: „Die Kultur, die unsere Zeit erzählt, braucht ihre Repräsentanten. Diese Stimme muss überall deutlich zu hören sein. Der Kulturpreis Schlesien schafft Dialog und Zusammenarbeit zwischen unseren Nationen und ist die Grundlage, auf der wir Schritt für Schritt eine Gemeinschaft von Menschen und Regionen aufbauen. Als Nachbarn.“

 

Hauptpreisträger

Für das Jahr 2020 wurde zum einen die aus dem niederschlesischen Brieg an der Oder stammende Opernsängerin Aleksandra Kurzak ausgezeichnet, die nicht nur auf verschiedenen Bühnen der Welt zu Hause ist, sondern auch als Professorin für Musik tätig ist. Zum anderen ging der zweite Kulturpreis an Prof. Matthias Weber. Der aus Ludwigsburg bei Stuttgart stammende Historiker ist Direktor des Bundesinstitutes für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa und konnte durch seine Forschungen immer wieder Diskussionen und Debatten anregen.

Für das Jahr 2021 wurde Roswitha Schieb (geboren in Recklinghausen) ausgezeichnet. Sie schafft es immer wieder, ihre Leserinnen und Leser in den Bann zu ziehen, während sie die Heimat ihrer Eltern erkundet. In den vergangenen zwanzig Jahren veröffentlichte Roswitha Schieb eine große Anzahl von Büchern mit Bezug zu Schlesien. Dabei hat sie sich auch mit der Verbindung Berlins mit Schlesien auseinandergesetzt und die Stadt Breslau genauer betrachtet. Der zweite Hauptpreisträger ist der im Kreis Tomaszów Lubelski geborene Regisseur Sylwester Chęciński, dem der Ruf vorauseilt, er sei einer der größten und besten Regisseure Polens.

 

Sonderpreise

Für das Jahr 2020 ging der Sonderpreis an die Stiftung zur Pflege des industriellen Erbes Schlesien, die seit 2007 existiert und sich zum Ziel gemacht hat, nicht nur Denkmäler der Industrie vor dem Verfall zu schützen, sondern auch eine breite Bildungsarbeit zur Industriegeschichte Schlesiens zu betreiben.

Für das Jahr 2021 wurden gleich zwei Sonderpreise gestiftet. Der eine ging an das Deutsch-Polnische Jugendjazzorchester, das 2004 gegründet wurde. Den zweiten Sonderpreis erhielt das Festival „Literatur der Berge“ – Festiwal „Góry Literatury“, das seit 2015 in Nowa Ruda veranstaltet wird und sich mittlerweile zu einem Anlaufpunkt für Literaturfreunde aus ganz Europa entwickelt hat.

Der Kulturpreis Schlesien des Landes Niedersachsen wird seit 1977 verliehen. Zunächst sollten die Leistungen der Kunstschaffenden gewürdigt werden, die entweder selbst aus Schlesien stammen oder deren auszuzeichnendes Werk Bezüge zu Schlesien aufweist. Seit 1991 hat sich die Niedersächsische Landesregierung, getragen von dem Gedanken der Versöhnung und Aussöhnung zwischen Deutschland und Polen, das geänderte Ziel gesetzt, mit der Verleihung des Kulturpreises Schlesien zur gemeinsamen Pflege und Weiterentwicklung des Kulturguts Schlesien beizutragen. Seitdem können auch polnische Künstlerinnen und Künstler, die in Schlesien wohnen, den Preis für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Literatur, der Bildenden Kunst und der Musik erhalten.

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