Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Monday, November 29, 2021

Land schöpferischer Geister

„Inspiration Riesengebirge“ heißt eine neue Ausstellung in deutscher und polnischer Sprache im Schlesischen Museum zu Görlitz. Gezeigt wird das „wildromantische Riesengebirge“, eine Künstlerlandschaft im 19. und 20. Jahrhundert.

„Seit Beginn der Neuzeit wussten Reisende über das unheimliche, von Nebeln und kalten Wintern bestimmte Grenzland zwischen Schlesien und Böhmen zu erzählen. Dichtung und Wahrheit rankten sich um Gold- oder Edelsteinsucher, um die kostbaren und zerbrechlichen Glaswaren und den Berggeist Rübezahl, der mit den Einheimischen seinen Schabernack getrieben hat“, so die Museumsleiterin Dr. Agnieszka Gąsior bei der Eröffnung der neuen Schau. Kuratorin Dr. Johanna Brade widmet sie dem Riesengebirge, weil es eine Landschaft sei,die überregional Künstler angezogen hat, sagt sie. Um 1900 entstand dort eine Künstlerkolonie, die sich um die Dichterbrüder Carl und Gerhart Hauptmann sammelte.

Dr. Johanna Brade: „Das Riesengebirge war ein alternativer Lebensort für Künstler. Sie strebten das Ideal einer Harmonie zwischen Leben, Kunst und Natur an.“
Foto> Klaudia Kandzia

Dr. Brade hatte bereits, bevor sie ans Schlesische Museum kam, am Thema Riesengebirge gearbeitet und konnte diesen Schwerpunkt durch Ankauf oder Leihgaben ausbauen. „Es ist immer noch so, dass Riesengebirge-Ausstellungen auffallen, weil diese besondere Gebirgswelt und diese vielen Schneebilder so in keiner anderen Künstlerkolonie entstanden sind. Damit schreibt Schlesien Kunstgeschichte“, freut sich Kunsthistorikerin Brade.

Man erwarte häufig, dass in der Schau ein Caspar David Friedrich hängt, sagt sie. „Das ist nicht der Fall, denn so etwas wird ganz selten ausgeliehen.Aber ich zeige ein kleines Bild von seinem Freund, Carl Gustav Carus. Zu sehen sind zudem Arbeiten des Görlitzers Christoph Nathe, der auch eine Zeichenserie für Königin Luise herstellte. Diese wurde dann durch Druckgrafiken verbreitet“, verrät die Kuratorin.

Der Schwerpunkt der Ausstellung, die bis Ende Februar 2022 gezeigt wird, ist die Zeit von 1900 bis 1945.

Klaudia Kandzia

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