Bei der Prämiere waren die Regisseurin Alicja Schatton-Lubos (3.v.l.) , sowie die Autoren Dr. Joanna Filipczyk (4.v.l.), Dr. Gerhard Schiller (1. v.r.) und Beata Kubica (2.v.l.) anwesend.
Foto: Konrad Bassek

Ein voller Saal, Oppelner Würstchen und ganz viel Geschichte Oppelns aus der Vorkriegszeit. Mit diesen Worten kann man die Prämiere des eindrucksvollen Dokumentarfilms „Gruss aus Oppeln“, die am 28. Dezember in Museum des Oppelner Schlesiens stattgefunden hat, bezeichnen.

 

Das Publikum konnte sich für eine halbe Stunde in das Alltagsleben in Oppeln in der Vorkriegszeit versetzten. Diese Produktion im Auftrag der Deutschen Minderheit in Oppeln ist zum Anlass des 800-jährigen Jubiläums der Stadtgründung Oppelns entstanden und schildert einen sehr wichtigen, aber leider nicht bekannten und bis jetzt nicht dokumentierten Zeitraum in der deutschen Geschichte der Stadt.  Dies haben Historiker und Liebhaber der lokalen Geschichte geschafft : Dr. Joanna Filipczyk, Dr. Gerhard Schiller, Beata Kubica. Die Produktion wurde von Alicja Schatton-Lubos geleitet. „Die Idee bestand darin die Postkarten als Leitmotiv zu nehmen und anhand der Postkarten die Geschichte zu erzählen. Einerseits stellten die Postkarten etwas dar, andererseits haben sie Grüße und persönliche Erinnerungen und Sätze als Inhalt“, sagte die Regisseurin Alicja Schatton-Lubos.

Der Film „Gruss aus Oppeln“ konnte nicht ohne die Beteiligung einer Reihe von Menschen und Institutionen gedreht werden. Unter ihnen waren auch Zeitzeugen der Geschichte: Walter Czok, Edeltraut Gołasińska, Ingeborg Odelga, Paul Schichta, Elizabeth Toczek und Matthias Wessinghage.

Der Film zeigt die Geschichte von Oppeln aus der Perspektive von Menschen, die hier lebten, arbeiteten, Familien gründeten und schließlich auf dem Friedhof bei Wrocławska Straße ihre letzte Ruhe fanden. Es umfasst einen Zeitraum von turbulenter Zeit der industriellen Revolution, Freuden und Leiden der Bürgerinnen und Bürger in Zeiten großer Inflation, großer Krise und kurzer Phasen der Stabilisierung. Sie endet mit dem Eintritt der NSDAP-Partei an die Macht, zunächst in Deutschland und kurz danach in Oppeln. Es spiegelt die Atmosphäre der Vorkriegsstadt, die Lieblingsläden deren Bewohner, die Stadt an Markttagen, Unterhaltungsorten, Treffpunkten, Arbeitsplätzen und regionalen Produkten wieder, auf die die Oppelner damals stolz waren. „Bei den Recherchen sind wir auf neue Entdeckungen gestoßen, darunter sind auf die Würstchen „Oplerki“, die wir auf einer Postkarte eines Soldaten gefunden haben und die zum Beispiel in alten Reiseführern zu finden sind – sagt Historiker Dr. Gerhard Schiller.

Dominika Bassek

 

Es kamen mehr Menschen, als sich die Veranstalter erhofft haben.
Foto: Konrad Bassek

 

Es kamen mehr Menschen, als sich die Veranstalter erhofft haben.
Foto: Konrad Bassek