Auf der Bühne präsentierte sich die Jugendbox-Gruppe aus dem DFK Oberglogau-Weingasse.
Foto: Fotoenigma/SKGD

Bereits zum dritten Mal lud die Sozial-Kulturelle Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien Kulturschaffende und Sportfreunde der Deutschen Minderheit zum Neujahrstreffen ein. Dieses Mal fand das Treffen in Oberglogau statt.

 

 

Aktive Akteure der Deutschen Minderheit kümmern sich täglich um die breit gefassten Kultur- und Sportangebote in der lokalen Gesellschaft. Oft sind sie auch auf Bühnen und Sportfeldern der ganzen Region und auch außerhalb sichtbar. Bei dem Treffen bedankte sich Rafał Bartek, SKGD-Chef, für das Engagement, und versicherte, dass der Zuschuss für Kulturgruppen für das Jahr 2018 auf der selben Höhe vom polnischen Innenministerium ist, wie 2017. Während seiner Rede erinnerte er an einige Kulturprojekte, die letztes Jahr stattgefunden haben, zum Schluss appellierte er: „Machen Sie weiter so!“.

 

 

 

 

 

 

Austausch

Das Neujahrstreffen bietet eine Möglichkeit, sich kennenzulernen und auszutauschen. Zuzanna Herud war bei den letzten Treffen als Gast dabei, nun organisierte sie dieses als Mitarbeiterin der SKGD. Sie erinnert sich noch, wie es beim ersten Treffen war: „Es war etwas Neues, so was gab es noch nie und es war extra für uns gemacht, also für diejenigen, die jedes Mal auf der Bühne stehen müssen, wenn solche Veranstaltungen gemacht werden“. Zuzanna steht, neben Studium und Arbeit, immer noch gerne auf der Bühne: „Die Deutsche Minderheit spielt eine große Rolle in meinem Leben. Diese Treffen der Kulturschaffenden sind für mich etwas Bereicherndes, weil ich hier immer jemand neuen kennenlerne und auch neue Kulturbereiche, in denen ich auch mitwirken kann.“

 

Auf der Bühne präsentierte sich die Jugendbox-Gruppe aus dem DFK Oberglogau-Weingasse.
Foto: Fotoenigma/SKGD

Keine Musik, sondern Theater

Auf der Bühne wurde ein Theaterstück auf Deutsch vorgestellt. Die Preisträger von Jugendbox 2017, die Gruppe „Kein Plan“ aus dem DFK Oberglogau-Weingasse stellten ihr Stück „Alt, älter, am jüngsten“ vor. Der Betreuer der Gruppe, Tomasz Cuber, ist beim Projekt Jugendbox bereits zum zweiten Mal dabei. Die Idee des Projekts spricht ihn besonders an: „Bei Jugendbox kann man selber das ganze Stück kreieren. Es gibt jetzt keine zerkauten Themen, die wir realisieren müssen, die Jugendlichen stellen selbst ein Stück von A bis Z auf die Beine“, sagt begeistert Tomasz, der bei der nächsten Ausgabe von Jugendbox mit seiner Gruppe wieder mitmachen möchte: „Vor allem ist es das Gute, dass wir jetzt in der Zwischenzeit, in den zwei Jahren, schon so eine feste Gruppe, eine Einheit geworden sind.“

 

Bei dem Neujahrstreffen der Kulturschaffenden und Sportfreunde wurde letztes Jahr Elisabeth Kampa, die Leiterin der Tanzgruppe Wal-Nak, vorgestellt. Dieses Jahr fiel die Entscheidung der SKGD auf Tomasz Cuber der sich und seine Tätigkeit vorstellte. Außer bei Jugendbox, wirkt er auch bei anderen Projekten der Deutschen Minderheit mit. Er leitete beispielsweise die Deutschkurse für Erwachsene und arbeitete als Koordinator beim Film über das Vorkriegsoppeln „Gruss aus Oppeln“ mit. Beim Engagement für die deutsche Minderheit sieht Tomasz nicht auf die Uhr: „Ich muss sagen, dass die Zeit, die für Jugendbox bestimmt ist, dass das ungefähr die Hälfte von der eingesetzten Zeit ist.“ Vielleicht würde es für die Proben reichen, denkt Tomasz nach, aber hinzu kommen andere Kleinigkeiten wie Kostüme oder Proben auf der Bühne, da kommt schnell mehr zusammen: „Das ist dann wirklich schon zeitaufwendig, aber wenn man das gerne macht, und das mache ich auch gerne, da schaut man nicht so genau auf die Zeit“ sagt der Jugendbox-Betreuer aus Oberglogau. In lockerer Atmosphäre, gemeinsamen Gesprächen und regem Ideenaustausch für die Zukunft neigte sich das Neujahrstreffen dem Ende zu.

Manuela Leibig