Der Auftritt der Kinder im Rahmen des Abschlusses der Samstagskurs Foto: Łukasz

Mit einem weihnachtlichen Auftritt beendeten fast 100 Kinder, die sich am 17. Dezember im Oppelner Marschallamt versammelt hatten, die Herbstauflage und somit das gesamte Projekt Samstagskurse 2016. Die kleinen Teilnehmer überzeugten nicht nur mit ihrem Kulturprogramm, sondern auch mit der Kenntnis deutschsprachiger Benennungen.

 

Wenn es so weitergeht, dann muss sich die Deutsche Minderheit in Polen keine Sorgen um ihren Nachwuchs machen. In dem zu Ende gehenden Jahr haben wieder einmal fast 1.200 Kinder polenweit an dem Projekt des Verbandes der deutschen Gesellschaften (VdG) „Samstagskurs“ teilgenommen. Traditionell gibt es bei diesem Projekt einen feierlichen Abschluss, der jeweils um die Weihnachtszeit veranstaltet wird. Ausgewählte Kindergruppen bereiten für diese Zusammenkunft Auftritte vor, die getreu dem Advent sich rund um Weihnachten drehen. Lieder wie „In der Weihnachtsbäckerei“ vermischten sich diesbezüglich mit Gedichten wie „Advent, Advent…“ und die Teilenehmer sind mit roten Nikolausmützen aufgetreten. Besonders bemerkenswert war die Tatsache, dass auf die Frage des Koordinators Ryszard Karolkiewicz „woher kommst Du?“ die Kinder nicht die polnischen, sondern die alten deutschen Benennungen der Oppelner Ortschaften benutzt haben. Dies ist nicht selbstverständlich bei Kindern im Grundschulalter und beweist auch die Wirkung des Projektes.

 

Bei der diesjährigen Auflage waren die dominierenden Themen beispielsweise Sport und gesunde Ernährung. Diesbezüglich hatten die Kinder keine Probleme schnell die beliebtesten Sportarten auf Deutsch zu nennen oder gesundes und ungesundes Essen zu unterscheiden.  Diese Themen lobte auch die bei der Veranstaltung anwesende Konsulin der Bundesrepublik Deutschland Sabine Haake: „Sport und gesunde Ernährung sind sehr wichtig für die Kinder. Deswegen ist es gut, dass eben solche Themen auch beim Samstagskurs angesprochen werden, denn es ist nicht bei allen Menschen so offensichtlich.“ Zwar machte die frühe Stunde der Zusammenkunft (10:00 Uhr) der Konsulin etwas zu schaffen, doch dies sei auch ein Beweis für das Engagement im Projekt: „Ich weiß, dass auch den Lehrerinnen es manchmal schwer fällt am Samstag früh aufzustehen und zum Samstagskurs zu fahren, deswegen danke ich euch für eure Arbeit“, sagte die Konsulin.

 

Für die Arbeit, sowohl der Lehrer als auch für die Bemühungen der Kinder, dankte auch der Vorsitzende des VdG Bernard Gaida. Gaida unterstrich, dass man „mit dem Projekt zeigen wolle, wie wichtig uns die Sprache ist“. Dieses Argument hat aber auch Sabine Haake angesprochen: „Deutsch-polnische Zweisprachigkeit ist eine der besten Sachen, die Sie für ihre Kinder machen können. Dadurch erlernt man nämlich nicht nur die Sprache, sondern erweitert auch seine Horizonte“, so die Konsulin.

 

Sowohl Ryszard Karolkiewicz wie auch der Vorsitzende der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien Rafał Bartek sagten, werden die Samstagskurse im Jahr 2017 „auf jeden Fall fortgesetzt“. Auf die Frage, was denn die Themen der nächsten Auflage sein werden, antwortete Karolkiewicz „dies sei natürlich noch ein Geheimnis“, doch es solle „wie immer etwas Interessantes sein“. Zur Fortsetzung des Projektes ermutigte man sowohl die Eltern, die Kinder, wie auch die Lehrer: „Machen Sie weiter und ich wünsche ihnen alles Beste zum Weihnachtsfest“, sagte zu den Anwesenden Rafał Bartek.

 

Łukasz Biły