Die deutschen Exporte haben nun einen weiteren Rekord aufgestellt. Wie das Statistische Bundesamt Wiesbaden (Hessen) unlängst mitteilte, beliefen sich die Produktverkäufe deutscher Unternehmen ins Ausland letztes Jahr auf fast 1,3 Billionen Euro! Dies ist ein Exportzuwachs um 8,3 Prozent gegenüber dem Jahr 2016!

 

 

Die deutschen Exporte haben nun einen Rekord aufgestellt.Dabei sind deutsche Autos nach wie vor heiß begehrt. Foto: AngMoKio/Wikipedia

 

Man kann somit ohne Übertreibung sagen, dass Produkte ,made in Germany weltweit mehr denn je begehrt sind”, sagte Joachim Lang, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, mit Genugtuung. „Für mich besteht kein Zweifel daran, dass dies eine sehr gute Nachricht für alle Unternehmen und Arbeitnehmer in Deutschland ist, denn schätzungsweise hängt ja jeder vierte Arbeitsplatz in der Bundesrepublik vom Export ab und in der Industrie sogar jeder zweite”.

 

 

Vorteil oder Problem

 

Bemerkenswerterweise haben die deutschen Exporte im vorigen Jahr erstmals die 1-Billionen-Euro-Marke überschritten, was den eingangs erwähnten Zuwachs um 8,3 Prozent gegenüber dem Jahr davor bedeutet. Dabei ist aber auch erstmals seit acht Jahren der deutsche Exportüberschuss leicht zurückgegangen, und zwar um vier Milliarden Euro auf 245 Milliarden. Die wichtigsten Märkte für deutsche Unternehmen sind im vergangenen Jahr die EU-Länder geblieben. Waren im Wert von 750 Milliarden Euro konnten dort abgesetzt werden. In Deutschland ist man deswegen verständlicherweise sehr zufrieden, andererseits wird Deutschland in Europa aber zunehmend aufgrund seines großen Überschusses kritisiert. Immer häufiger hört man daher die Frage: Ist die starke deutsche Wirtschaft ein Vorteil oder aber ein Problem für Europa? Die Fragestellung erscheint zwar zunächst unlogisch, wird aber dennoch immer öfter und lauter geäußert.

 

 

In Polen hat man es verstanden

 

Denn die Wahrheit ist: Eine starke Volkswirtschaft der Bundesrepublik Deutschland ist ein Segen für viele Staaten der Europäischen Union, von denen nicht wenige derzeit von einer hohen Arbeitslosigkeit geplagt werden. Es fehlt daher auch nicht an Stimmen, die andeuten, dass die Kritik an Berlin als Zugkraft der EU weitestgehend auf Neid zurückzuführen ist. Die Fakten sprechen nämlich klar, dass das wirtschaftliche Geschehen in Deutschland sich ganz eindeutig positiv auf die benachbarten Länder auswirkt, indem es dort Millionen Arbeitsplätze bietet. Mehr noch, einem jüngsten Bericht zufolge entstehen durch die starke deutsche Wirtschaft derzeit besonders viele Arbeitsplätze gerade in Polen. Hat also die Kritik an Deutschland denn auch tatsächlich Hand und Fuß? In Polen allerdings ist, wenn es um wirtschaftliche Belange geht, derzeit gar keine Kritik gegenüber Deutschland zu hören, anders also als bei anderen Entwicklungen zwischen den beiden Ländern. Und das bedeutet: In Polen hat man verstanden, dass ein wirtschaftlich starkes Deutschland auch ein in dieser Hinsicht starkes Polen bedeutet – und umgekehrt.

 

 

 

Krzysztof Świerc