Die Gartenanlage am Schloss Schildau im Hirschberger Tal schuf Peter Joseph Lenné
Foto: einfachraus.eu

Am 11. Oktober wurde in der Pommerschen Bibliothek zu Stettin (Książnica Pomorska, Szczecin) eine Ausstellung zum Werk des Landschaftsgestalters Peter Joseph Lenné eröffnet. Die Präsentation „Lennés Gärten zwischen Schlesien und Pommern“ kann man noch bis Ende Dezember besuchen.

 

Peter Joseph Lenné (1789–1866), einer der bedeutendsten Landschaftsarchitekten des 19. Jahrhunderts, war maßgeblich an der Gestaltung der Gartenlandschaften in Potsdam und Berlin beteiligt. 1816 trat er in preußische Dienste und war unter drei Königen tätig. Er gestaltete aber nicht nur die königlichen Gärten, sondern kümmerte sich auch um Stadtgestaltung, die Ausbildung der Gärtner, Baumschulen, Blumenzucht und Landwirtschaft.

 

Neben Potsdam und Berlin hat Lenné in allen Ländern des historischen Preußen als Gartengestalter stilbildend gewirkt und zahlreiche die Landschaft bis heute prägende Gartendenkmäler hinterlassen. Während seine Parkanlagen auf dem Gebiet der Bundesrepublik bekannt und praktisch vollständig erfasst und dokumentiert sind, gerieten seine Werke in den ehemals deutschen Provinzen jenseits der heutigen Grenze weitgehend in Vergessenheit.

 

Die zweisprachige Ausstellung „Meisterhaft wie selten einer. Die Gärten Peter Joseph Lennés zwischen Schlesien und Pommern“ soll dazu motivieren, die von ihm erschaffenen Landschaftsgärten auf der anderen Seite der Oder wiederzuentdecken. Sie bietet einen Überblick über die Landschaftsgestaltungen in den ehemaligen östlichen Provinzen Preußens, an denen Lenné direkt oder indirekt beteiligt war.

 

Über dreißig Gartenanlagen konnten identifiziert werden, die unter Mitwirkung Peter Joseph Lennés und seiner engsten Mitarbeiter entstanden sind. Die meisten davon liegen in den Woiwodschaften: Westpommern (Pomorze Zachodnie), Niederschlesien (Dolny Śląsk) und Lebus (Województwo Lubuskie). In der Ausstellung werden bedeutende Parkanlagen vorgestellt und ihr heutiger Zustand skizziert. Während die Gärten im schlesischen Hirschberger Tal bereits eine Vielzahl von Touristen anlocken, warten andere noch auf ihre Wiederherstellung.

 

Die Ausstellung wurde vom Institut für Landschaftsarchitektur an der Technischen Universität Dresden, der Naturwissenschaftlichen Universität Breslau und der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kulturforum östliches Europa realisiert.

 

kan