Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Tuesday, December 7, 2021

Miechowitzer Schloss und seine Bewohner

 

„Der Miechowitzer-Palast und seine Bewohner” ist der Titel einer Ausstellung, die die Kuratorin Izabela Kühnel in Zusammenarbeit u. a. mit dem Oberschlesischen Landesmuseums in Ratingen geschaffen hat. Dort, im Ratinger Museum, hatte die Ausstellung vor Jahren ihre Premiere. Danach wurde sie an zwölf verschiedenen Orten in Polen und Deutschland gezeigt. Nun ist sie zum ersten Mal im Miechowitzer Palast selbst zu sehen.

 

Der noch erhaltene Teil des Tiele-Winckler Palastes wurde kürzlich renoviert und wird seit dem ersten Wochenende im September durch das Kulturzentrum in Beuthen genutzt. Zur Eröffnung des Kulturzentrums im Miechowitzer Palast wurden verschiedene Angebote vorbereitet, u. a. ist die Ausstellung der „Miechowitzer-Palast und seine Bewohner” zu sehen. Auch der Schlosspark ist einen Spaziergang wert.

 

Zur Geschichte des Schlosses
Die Ausstellung erzählt die Geschichte des Schlosses und der Menschen, die seit 1812 zum Wohlstand des Dorfes Miechowitz beigetragen haben. Im besagten Jahr 1812 kaufte der Mähre Ignaz Domes das Gut Miechowitz. In seinem Auftrag wurde das Miechowitzer Schloss im Klassizismus-Stil erbaut. Er schenkte es seiner Tochter Marie und ihrem Mann Franz Aresin. „Aresin hat gemeinsam mit Karl Godulla das erste Bergwerk gegründet. Dank des Bergwerks wurden hier viele Menschen ansässig, das Dorf erlebte einen Aufschwung. Die soziale Einstellung der Bergwerkgründer führte dazu, dass sie ihre Arbeiter unterstützt haben, etwa beim Hausbau. Sie haben die Menschen mit dem Ort verbinden wollen, wie auch die Qualität der Erde auf den Feldern verbessert, was zu größeren Erträgen der Bauern führte, und infolgedessen wurde so der Hunger bekämpft“, sagt Izabela Kühnel, Kuratorin der Ausstellung.

 

Das Schloss in Miechowitz wurde im Auftrag von Ignaz Domes erbaut.
Foto: M. Leibig

 

Jahre später kommt in dem Schloss Eva von Tiele-Winckler auf die Welt. Sie entschied sich, Menschen in ihrer oberschlesischen Heimat, die in Armut und Not geraten waren, zu helfen. Um die Jahrhundertwende hat Eva von Tiele Winckler – Mutter Eva genannt – eines der größten Werke der Barmherzigkeit in Mittel- und Osteuropa geschaffen. In dem von ihr gegründeten Friedenshort hat sie hat sich um Arme, Waisen, Obdachlose und Verlassene gekümmert. Einen wichtigen Aufgabenbereich sah Eva von Tiele-Winckler darin, heimatlosen Kindern eine Heimat zu schaffen.

 

Mutter Eva

Und eben Eva von Tiele-Winckler ist ein Großteil der Ausstellung im Miechowitzer Schloss gewidmet. Über Mutter Eva wusste in Schlesien jahrelang niemand etwas, sagt Izabela Kühnel: „Mir war es peinlich, dass so eine große Persönlichkeit völlig unbekannt ist. Bis zu den 90er Jahren war es verboten, über Mutter Eva und ihr Werk hier in ihrer Heimat, in Schlesien, zu sprechen. Dabei bin ich bei der Recherche auf sehr viele Quellen in Deutsch gestoßen. Mutter Eva hat selbst viel geschrieben, und auch über sie sind in Deutschland viele Publikationen erschienen. Nach und nach habe ich verstanden, wie sie erzogen wurde und warum sie so gehandelt hat.“

 

Die Ausstellung über den Werdegang von Mutter Eva kann man sich noch bis zum 30. September im Miechowitzer Schloss ansehen. Am 30. September ist um 16 Uhr die Finissage der Ausstellung geplant. Die Kuratorin der Ausstellung, Izabela Kühnel, wird den Gästen Rede und Antwort stehen. Danach kann man die Ausstellung ausleihen. Kontakt palacmiechowice@um.bytom.pl

 

Manuela Leibig

 

 

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