Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Saturday, September 18, 2021

Minderheit stellt sich der Herausforderung

Die Pandemie hat schon zum zweiten Mal die Tätigkeit der DFKs, der Seniorenklubs und der Kulturgruppen der deutschen Minderheit unterbrochen. Doch um die Erfahrungen aus dem Frühlingslockdown reicher, haben sich die meisten Gruppen den Herausforderungen dieser schwierigen Zeit gestellt und wirken weiterhin, auch wenn ein bisschen anders.

 

Die Animateure versorgen die Senioren mit Antistressmalbüchern, das ist gut für die Seele und für den Verstand. Foto: Oppelner Senior

 

Die Tätigkeit der deutschen Minderheit verlief schon seit März teilweise online. Die kulturellen Veranstaltungen wurden im Internet angeboten. Auch die Vorschläge für Projekte wurde der neuen Situation angepasst. Der aktuelle Lockdown kommt also nicht mehr als ein so ein großer Schock daher.

 

Unterstützung für Senioren

Seit einer Woche bleiben die Seniorenklubs, die im Rahmen eines SKGD-Projekts laufen, geschlossen. „Senioren sind eine Risikogruppe, was den Verlauf des Corona-Virus betrifft und wir wollten, dass sie sich sicher fühlen. Deswegen haben wir uns entschieden, vorerst die stationären Treffen zu beenden“, berichtet Sabina Okos, die Betreuerin der Animateure, die bis dato die Aktivitäten in den Seniorenklubs geleitet haben. Doch das bedeutet nicht, dass die Senioren auf sich allein gestellt sind. „Die Animateure haben schon begonnen, ihnen Rätsel und Aufgabebögen oder Antistress-Malbücher zu bringen. Sie machen wieder Einkäufe für die Senioren. Sie rufen auch regelmäßig bei den Senioren an und ich muss sagen, dass macht ihnen die größte Freude. Sie fühlen sich oft einsam und jeder Kontakt, sei es nur ein telefonischer, ist sehr wichtig für sie“, sagt Sabina Okos. Einige Klubs haben mit ihren Mitgliedern auch schon begonnen, Masken zu nähen. „Das ist eine Aufgabe, die Spaß macht und nützlich ist. Wir ermuntern die Animateure, sich derartige Aktivitäten zu überlegen. Sie wissen am besten, was die Senioren brauchen und was funktioniert“, meint Sabina Okos.

 

Wer will, der kann

Auch die DFKs mussten sich in der neuen Realität zu Recht finden. „Im Sommer konnten noch einige Projekte fast „normal“ über die Bühne gehen. Diverse Ortsgruppen konnten so noch eine richtige Jubiläumsfeier anlässlich ihres 30-jährigen Bestehens ausrichten. Andere hatten sich aber schon entschieden, Wettbewerbe aus diesem Anlass zu organisieren oder Publikationen herauszugeben“, so Wioletta Skowronek von der SKGD. Die Adventsfeiern, die jedes Jahr aus den Mitteln des deutschen Bundesministeriums des Inneren stattfinden, werden diesmal nicht organisiert. „Die DFKs können die Gelder aber für die Vorbereitung von Weihnachtspäckchen für die Mitglieder nutzen“, betont Wioletta Skowronek. Manche DFKs versuchen auch, sich der Herausforderung der Durchführung eines Projektes in Zeiten der Pandemie zu stellen. „Der DFK Dembio zum Beispiel hat zum Martinstag immer einen Martinsumzug und eine Feier organisiert. In diesem Jahr haben die Mitglieder je zu zweit in den Häusern Martinshörnchen gebacken. Die haben sie dann schön eingepackt und an die Senioren verteilt. Diese waren begeistert. Damit will ich sagen: Wer Lust hat, etwas zu tun, der findet auch einen Weg“, ist Wioletta Skowronek überzeugt. Sie selbst erstellt in ihrem DFK Postkarten aus alten und neuen Fotos ihres Dorfes. Finanziert werden können solche Projekte aus dem Programm „Begegnungsstättenarbeit“.

 

Singen online

Etwas schwieriger haben es die Gesangs- und Tanzgruppen der deutschen Minderheit. Sie dürfen nicht auftreten und auch zu Proben kann man sich kaum persönlich treffen. Größere Ensembles mussten daher eine Pause in ihrer Tätigkeit einlegen. Da die Kulturhäuser geschlossen wurden, haben viele Gruppen auch keinen Ort, an dem man sich treffen könnte. „Ich weiß aber, dass einige Gruppen auch schon online proben oder die Leiterinnen schicken an die Mitglieder Aufgaben via WhatsApp. Das Positive ist, das klappt auch mit den Senioren“, sagt Paulina Magosz, die in der SKGD die Kulturgruppen betreut.

 

Anna Durecka

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