Jugendliche aus Deutschland, der Ukraine und Polen lernten die Deutsche Minderheit

Drei Länder, 22 Teilnehmer. Aus Deutschland, der Ukraine und Polen kommen die Jugendlichen des Projektes „Zuhause in der Ferne – Minderheit und Flüchtlinge in Europa.“ Start war letzte Woche in Breslau und Oppeln.

 

William Schmidt aus Dresden wundert sich, als er die Deutsche Minderheit in Breslau und Oppeln besucht: „Die Menschen hier setzen sich viel mehr mit der deutschen Kultur auseinander als die Menschen in Deutschland selbst. Das finde ich spannend!“ Er ist einer von 22 Teilnehmern des trinationalen Projektes „Zuhause in der Ferne – Minderheit und Flüchtlinge in Europa“. Organisatoren sind der Bund der Jugend der Deutschen Mindergheit in Oppeln, der Politische Jugendring Dresden und die Deutsche Minderheit in Lemberg.

 

Vom 18. bis 25. April lernten die Teilnehmer die Deutsche Minderheit in Polen kennen. Zuerst die Deutsche Sozialkulturelle Gesellschaft in Breslau mit Renate Zajączkowska als Vorsitzende. Später machte die Gruppe einen Tagesausflug nach Oppeln. „Schließlich ist hier die Deustche Minderheit am aktivsten“, sagt BJDM-Chefin Katrin Koschny. In der Woiwodschaftshauptstadt stellten sich das Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit, die Sozialkulturelle Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien, das Institut für Auslandsbeziehungen und der Dachverband VDG vor. Auch unsere Redaktion bekam Besuch. „Für mich war sehr interessant, dass die Deutsche Minderheit so aktiv und so gut strukturiert ist. Sie haben viel mehr Möglichkeiten als die Deutschen in der Ukraine“, sagt Olga Tebor, 32, Vorsitzende des Wolhyniendeutschen Vereins in Lemberg. Die Deutsche Minderheit in Lemberg wird die Projektgruppe im Mai kennenlernen. Dort werden sie ebenfalls eine Woche gemeinsam verbringen, und im Juni geht es dann nach Dresden. Dort wird sich alles um Flüchtlinge drehen. Doch schon jetzt das ein heißes Thema unter den Jugendlichen. „Wir unterhalten uns in unserer Freizeit mit den Polen und Ukrainern darüber. In der Ukraine gibt es kaum welche, in Polen ja auch nicht. Polen reagiert nationalstaatlich statt global und schottet sich ab. Die Flüchtlinge haben ein Recht aufgenommen zu werden. Gerade in der EU sollte man zusammenhalten“, findet der 21-jährige Franz Werner aus Dresden, der ehrenamtlich bei der Partnerorganisation Politischer Jugendring arbeitet. William Schmidt stimmt zu: „Die Chancen und das Potenzial, das die Flüchtlinge mitbringen, wird außer Acht gelassen und die Angst vor dem Fremden überwiegt. Das ist schade.“

 

Ihre Eindrücke zu dem Treffen mit der Deutschen Minderheit beschreiben die Jugendlichen in einem Blog: https://dup2017.wordpress.com. Hier können Interessierte verfolgen, wie es in Lemberg und Dresden weitergeht.

 

 

Marie Baumgarten