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Katholische und evangelische Kinder von beiden Seiten der Neiße beim Görlitzer Kreuzweg.

Jedes Jahr werden vor Ostern am Heiligen Grab in Görlitz Konfessionen und Grenzen überwunden.

 

Das Görlitzer Heilige Grab ist ein besonderer Ort des Gedenkens an das Leid Christi und bildet den Abschluss des Görlitzer Kreuzwegs. Dieser führt von  der Krypta der St. Peter und Paul-Kirche durch die Nikolaivorstadt bis zu der mittelalterlichen Anlage, die als bundesweit originalgetreueste Kopie des berühmten Vorbilds von Jerusalem gilt. Mit etwa 1.000 Schritten soll der Görlitzer Kreuzweg dem Original entsprechen.

 

Am 5. April gingen katholische und evangelische, deutsche und polnische Kinder diesen Weg des Leidens Christi nach. Sie trugen ein großes Holzkreuz und machten an sieben Stationen halt, um zu singen und zu beten. Der Kreuzweg endete mit einer Andacht in der Kapelle zum Heiligen Kreuz. Dort wurde auch eine Fastengabe gesammelt. Diese geht in diesem Jahr an die Stadtmission. „Jeden Mittwoch sind Mitarbeiter der Stadtmission mit dem Suppenmobil unterwegs. Sie verteilen Suppe und ein gutes Wort und begegnen dabei vielen Jugendlichen und Kindern“, so Pater Lazarus von der katholischen Sankt-Wenzel-Gemeinde.

 

Am Karfreitag gehen Erwachsene den Görlitzer Kreuzweg. Seit der politischen Wende 1990 hat der Görlitzer Kreuzweg wieder an Bedeutung gewonnen. Vom SED-Regime waren die christlichen Traditionen nur widerwillig geduldet worden. In den letzten Jahren habe sich der Kreuzweg auch zu einer Touristenattraktion entwickelt, die immer mehr Gäste anzieht, so Markus Kremser, Journalist der katholischen Nachrichten in Görlitz.

K. Kandzia