Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Thursday, January 20, 2022

Mit Gebeten, Kerzen und Blumen

Am vergangenen Wochenende gedachten die Mitglieder der deutschen Minderheit in vielen schlesischen Ortschaften der Opfer der Oberschlesischen Tragödie vom Januar 1945. Es wurden deutsche Messen und Andachten organisiert, Blumenkränze niedergelegt und Kerzen an Gedenkorten angezündet.

 

 

Im Januar 1945 marschierte die Rote Armee in Oberschlesien ein. Was folgte, waren Terror, Verwüstung, Morde an deutschstämmiger Zivilbevölkerung, Vergewaltigungen und Vertreibung. Schlesier wurde in Nachkriegslager gebracht, aus ihren Häusern vertrieben. Fast in jedem schlesischen Dorf, in jeder Stadt kam es in der Nachkriegszeit zu schrecklichen Geschehnissen. Am Wochenende gedachten die Einwohner der Region der Opfer dieser Schreckenszeit.

 

 

In Guttentag haben die Einwohner der Opfer der Oberschlesischen Tragödie auf dem dortigen Friedhof gedacht. Quelle: Bernard Gaida

 

 

In der Maria Magdalena Kirche in Guttentag fand eine heilige Messe für die Opfer der oberschlesischen Tragödie statt. Anschließend haben die DFK-Mitglieder auf dem Friedhof Kränze niedergelegt und Kerzen angezündet. Der DFK-Chef Piotr Gaida hielt eine Rede. Den Festlichkeiten wohnten Bürgermeister Andrzej Jasiński und die Direktorin des Kulturhauses, Agnieszka Hurnik sowie Marek Wittek, der Beauftragte des Oppelner Marschalls für kulturelle Vielfalt bei. Das Gebet leitete Pfarrer Senior Alfred Waindok. Auch Deutsche aus Lublinitz waren anwesend. Dort wurde an die Opfer der Oberschlesischen Tragödie eine Woche vorher gedacht.

 

 

Kränze wurden auch auf dem Friedhof in Königshütte niedergelegt.
Quelle: B. Gaida

 

 

In der St. Josef Kirche in Königshütte wurde an die Opfer der Oberschlesischen Tragödie mit einer Messe gedacht. Anschließend haben die Versammelten, darunter auch der VdG-Chef, Bernard Gaida und der Chef der Deutschen in der Woiwodschaft Schlesien, Martin Lippa, auf dem Friedhof Kränze niedergelegt und Kerzen angezündet.

 

 

In Schwientochlowitz fanden die Gedenkfeierlichkeiten am Tor zum ehemaligen Nachkriegslager Zgoda statt.
Quelle: Bernard Gaida

 

Die deutsche Minderheit war auch bei der Gedenkveranstaltung in Schwientochlowitz vertreten, die jedes Jahr von der Schlesischen Autonomiebewegung am Tor zum ehemaligen Nachkriegslager Zgoda organisiert wird. Der VdG-Vorsitzende Bernard Gaida hielt eine Rede, in der er betonte, dass Orte wie Schwientochlowitz, Lamsdorf oder Myslowitz zur schlesischen Identität gehören. Es gibt keine deutsche Identität ohne die Erinnerung an die Vertreibung, an die Deportationen der Schlesier in die Sowjetunion und Heimatverlust für Millionen von Menschen. Den Festlichkeiten wohnten auch der Chef der Deutschen in der Woiwodschaft Schlesien, Martin Lippa und Eugen Nagel vom SKGD-Kreis in Kattowitz bei.

 

 

Die Vertreter des DFK Beuthen-Zentrum haben einen Blumenkranz am Massengrab niedergelegt und Grablichter angezündet. Foto: Deutsche Minderheit in Beuthen

 

In Beuthen haben die Deutschen am 27. Januar an den 76. Jahrestag des Einmarsches der Roten Armee in Beuthen erinnert. Die Vertreter des DFK Beuthen-Zentrum haben einen Blumenkranz am Massengrab niedergelegt und Grablichter angezündet.

 

Am 30. Januar gedachten auch die Einwohner und Mitglieder der deutschen Minderheit in Nakel der Opfer der Oberschlesischen Tragödie auf dem hiesigen Friedhof. Es fand eine kurze Andacht statt, anschließend wurden Kerzen am Denkmal der Kriegsopfer angezündet.

 

 

 

 

 

Eine Gedenkveranstaltung für die Opfer der Oberschlesischen Tragödie gab es auch in Stollarzowitz. Der dortige DFK hat eine Ausstellung über das tragische Schicksal der Bewohner von Stollarzowitz und Friedrichswille im Jahr 1945 vorbereitet. Die Ausstellung ist noch bis zum 7. Februar in der Heiligen Kreuz Kirche in Miechowitz zu sehen.

 

 

Anna Durecka

 

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