Erika Steinbach
Foto: Deutscher Bundestag/Wikimedia Commons

 

Erika Steinbach, die frühere CDU-Politikerin und ehemalige Vorsitzende des Bundes der Vertriebenen, hat ihr Amt als Vorsitzende der Stiftung Zentrum gegen Vertreibungen abgegeben. Ihr Nachfolger wurde der frühere hessische Kultus- und Justizminister Dr. Christian Wagner.

 

Erika Steinbach hat das Amt der Stiftungsvorsitzenden auf eigenen Wunsch abgegeben. Auf Twitter schrieb sie dazu: “Diese Stiftung war und ist mir ein Herzensanliegen. Mit fast 18 Jahren ist sie nahezu volljährig. Kinder muss man loslassen”. Die 74-Jährige gehörte dem konservativen Flügel der CDU und war deren Menschenrechtssprecherin, doch im Januar 2017 trat sie aus der Partei aus. Grund dafür war für sie vor allem der Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Flüchtlingspolitik. Bei den letzten Bundestagswahlen ist Steinbach auch nicht mehr als Kandidatin angetreten, trat aber im Wahlkampf auf Veranstaltungen der AfD auf. Auch in Polen eckte sie oft an, vor allem in ihrer Zeit als Vorsitzende des Bundes der Vertriebenen. Damals unterstrich sie die Schuld der früheren Opfer des Naziregimes an den Vertreibungen der Deutschen aus den ehemaligen Ostgebieten.

 

Erika Steinbach hat die Stiftung im Jahr 2000 gegründet. Ziel der Stiftung ist die Dokumentation der Vertreibungen im 20. Jahrhundert in Europa, dabei steht vor allem das Schicksal der deutschen Heimatvertriebenen und Spätaussiedler im Blickpunkt. Dazu soll demnächst in Berlin eine Dauerausstellung entstehen.

 

Der Nachfolger von Erika Steinbach Dr. Christain Wagner betonte zu Beginn seiner Amtszeit er wolle die Stiftung im Geist der Versöhnung und der Bewusstseinsschärfung gegen Menschenrechtsverletzungen durch Vertreibung und Deportation fortführen. Doch ähnlich wie die einstige Gründerin Steinbach steht auch die Stiftung selbst in Polen sowie in Teilen der deutschen Bevölkerung in der Kritik, die Deutschen zu reinen Opfern stilisieren zu wollen.

ru