Foto 1: Vertreter beider Vertragsparteien beendeten die Gespräche mit einem symbolischen Handschlag. Foto: Radio Wrocław

Vertreter beider Vertragsparteien beendeten die Gespräche mit einem symbolischen Handschlag.
Foto: Radio Wrocław

Diese Zusammenarbeit sollte auch für die deutsche Minderheit interessant sein: Ab dem neuen Jahr wird das Landesfunkhaus Sachsen des Mitteldeutschen Rundfunks die offizielle Zusammenarbeit mit Radio Wrocław aufnehmen. Diese beinhaltet sowohl intensiven Informationsaustausch, als auch die Einrichtung eines gemeinsamen Studios.

 

Mit gemeinsamen Programmen haben die beiden Rundfunkinstitutionen schon länger Erfahrung. Seit einiger Zeit hat der MDR Sachsen die Sendung „Mensch-Nachbar“ in seinem Programm. In deren Rahmen können deutsche Zuhörer mehr über die wichtigsten Themen des polnisch-tschechischen Grenzgebietes erfahren. Das Programm wird aber nicht von MDR-Mitarbeitern, sondern von Journalisten von Radio Wrocław vorbereitet. Deutschsprachige Informationen bekommen Hörer in Sachsen sowieso, da man im Programm des niederschlesischen Radios die Sendung „Sami Swoi – Miteinander“ hat, und Radio Wrocław bis zu 70 Kilometer hinter der deutsch-polnischen Grenze zu hören ist.

 

Da hingegen die polnischen Zuhörer kein solches Angebot haben, soll ein offizieller Partnervertrag jetzt helfen. Im Rahmen der neuen Zusammenarbeit werden Journalisten von Radio Wrocław ab 2016 kostenlos über Informationen und Sendungen aus Sachsen verfügen können, um deutsche Themen Interessierten in Südpolen zu vermitteln. Dieses Angebot könnte auch für die deutsche Minderheit interessant werden, da man jetzt auch zum Beispiel durch das Autoradio zu Themen aus Deutschland gut informiert sein kann.

 

Was sogar noch wichtiger sein kann: Das MDR-Studio in Görlitz wird in Zukunft zu einem gemeinsamen Studio der sächsischen Redaktion und von Radio Wrocław umgestaltet. Eine Medienaktion, die sicherlich ihresgleichen sucht.

 

Łukasz Biły