Singen Sie schon in einem Chor? Wenn nicht, wird es allerhöchste Zeit. Das zumindest findet Opernsänger Oskar Koziołek-Goetz. Auf dem ersten Kreiskonzert der deutschen Minderheit in diesem Jahr hat er verraten, warum Musik machen so gesund ist.

Trotz eigener Arrangements als Opernsänger findet Oskar Koziołek-Goetz immer Zeit, seinen Chor zu Auftritten zu begleiten. Foto: Marie Baumgarten

 

 

„Jeder von uns sollte mindestens zwei Mal in der Woche singen. Beim Singen schütteten wir Glückshormone aus und das hält uns gesund“, sagt Oskar Koziołek-Goetz am vergangenen Samstag beim ersten Kreiskonzert dieses Jahres, auf dem die Kulturgruppen der deutschen Minderheit Lieder in deutscher Sprache und dem schlesischen Dialekt präsentieren. Opernsänger Koziołek-Goetz will mit seinem Appell will er die Menschen dazu bewegen, sich wieder mehr in den Chören der deutschen Minderheit einzubringen. Götz bedauert, dass der Chor „Glogovia“, den er seit vielen Jahren leitet, immer kleiner wird. „Gleich nach der Wende, nachdem die Minderheit registriert wurde, war das Interesse viel größer.“

 

Das Problem kennt auch der Chor „Die Neudorfer“ aus dem gleichnamigen Ort. „Altersbedingt werden wir immer weniger, und es fehlen junge Leute, die nachrücken“, sagt Chor-Leiterin Krystyna ???

Fehlender Nachwuchs – ein Problem, das sich bereits seit Jahren durch alle Strukturen der Deutschen Minderheit zieht und das auch in Zukunft eine der großen Herausforderungen bleiben wird.

 

Dass es aber auch anders geht, zeigt an diesem Tag der Chor „Seniores“. Anders, als der Name vermuten lässt, keine Senioren-Gruppe, zumindest nicht ausschließlich. Junge Menschen machen immerhin die Hälfte der Besetzung aus, einschließlich der Chor-Leitung. Den größten Zulauf an jungen Menschen haben aber Blasorchester wie beispielsweise „Glogovia Bras“ und das „Zülzer Blaskorchester“ („Bialska Orkiestra Dęta“). Wen wundert es, Glückshormone werden schließlich nicht nur beim Singen ausgeschüttet. Ganz zu schweigen von den vielen neuronalenVerknüpfungen, die bei jeglicher Art des Musikmachens in unserem Gehirn entstehen und den geistigen Alterungsprozess verlangsamen.

 

Neben den Auftritten der Kulturgruppen gibt es an diesem Tag eine besondere Überraschung für die Friedersdorfer DFK-Chefin Róza Zgorzelska. Die deutsche Konsulin in Oppeln, Birgit Fiesel-Rösle, überreicht ihr eine Dankesurkunde des deutschen Botschafters in Warschau. Rolf Nikel würdigte damit Zgorzelskas Verdienst um die deutsch-polnische Zusammenarbeit. Große Freude bei der 63-Jährigen. „Ich widme diese Auszeichnung auch meiner Familie, denn während meiner ehrenamtlichen Aktivitäten musste sie mich oft entbehren.“ Róza Zgorzelska wolle sich weiterhin für die Deutsche Minderheit einsetzen, so lange es die Gesundheit zulässt. „Ich tue das für meine Heimat Schlesien, und ich tue es gern.“

 

 

Die Friedersdorfer DFK-Chefin Róza Zgorzelska wird für ihre Verdienste um die deutsch-polnische Zusammenarbeit ausgezeichnet. Foto: Marie Baumgarten

 

 

Den Abschluss des Kreiskonzerts bildet das Duo  Aneta und Norbert mit Liedern wie die kleine Kneipe von Peter Alexander, „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ von Marlene Dietrich oder Roland Kaisers „Joana“.

Das Kreiskonzert organisierte die Sozialkulturelle Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien (SKGD). Termine für die folgenden Konzerte finden Sie im Internet unter www.skgd.pl.

 

Marie Baumgarten