Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Saturday, May 21, 2022

Ohne Eier keine Osterfeier?

Was wäre Ostern ohne Eier… Sie sind ein notwendiger Bestandteil jedes Ostersonntagsfrühstücks, meist schön gefärbt, manchmal schön gekratzt und verzehrt mit Mayonnaise, kredenzt zusammen mit anderen herzhaften Leckereien.

 

Im Ei fängt das Leben an und es ist eines der am nährstoffreichsten Lebensmittel. Es besitzt alle unentbehrlichen Stoffe zur Entstehung des Lebens. Das Ei ist ein natürliches Multivitamin, denn es enthält alle Vitamine außer Vitamin C. Überdies enthält es Biotin, das einen sehr guten Einfluss auf die Gesundheit von Haut, Haaren und Fingernägel hat. Im Ei finden wir auch Spurenelemente wie Phosphor, Selen, Eisen und Zink. Ein außergewöhnlicher Bestandteil des Eigelbs ist die Sialinsäure, die antibakterielle und antivirale Eigenschaften aufweist.

 

Die Diätassistentin und Phytotherapeutin Dominika Krajczy beleuchtet das Ei von allen Seiten und stellt dar, was so ein kleines Ei Gutes für unseren Körper tut.
Foto: privat

 

Cholesterin

Als Diätelement ist es reich an Cholesterin, das heutzutage dämonisiert wird, weil es als Ursache für Herzkreislaufkrankheiten angesehen wird. Doch das stimmt nicht! Es ist ein Mythos, der bis heute noch weiterverbreitet wird. Im Buch „Die Cholesterin-Lüge“ von Prof. Dr. Med. Walter Hartenbach wird die Problematik des Cholesterin gründlich beschrieben und ebenso seine bedeutende Rolle für die Gesundheit dargestellt. Das Cholesterin, das in der Ernährung enthalten ist, hat keinen Einfluss auf dessen Vorkommen im Blut. Viele Studien haben das auch schon bewiesen, also keine Bange, Cholesterin wird uns nicht töten! Der in allen tierischen Zellen vorkommende fettartige Naturstoff ist einer der wichtigsten Bestandteile in der Diät. Er ist unter anderem ein Vorläufer zur Produktion von Vitamin D und von Steroidhormonen in unserem Körper. Cholesterin bildet das Skelett jeder Zelle, wirkt antioxidativ und verbessert die Arbeit des Gehirns. Regelmäßiges Verzehren von Eiern kann also zur Verbesserung der Funktionen des ganzen Körpers beitragen.

Das Eigelb ist reich an Phospholipiden, die zumal auch leicht verdaulich sind. Besonders wertvoll sind Lecithin und Cholin. Das Ei besitzt dreimal mehr Lecithin als Soja, aus dem es auch hauptsächlich erworben (isoliert) wird. Dieses Lipid ist hilfreich bei Fettverdauungsprozessen und verhindert das Festkleben von Fett in den Arterien. Zudem verbessert Lecithin die Arbeit der Leber und lässt nicht zu, dass es zur Steinbildung in der Gallenblase kommt. Dank des Lecithins bleibt das Cholesterin in flüssiger Form erhalten, wodurch sein Absetzen in den Arterien und in der Galle verhindert wird. Es verbessert auch die Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen, also Vitamin A, D, E und K. Lecithin ist zudem Baustoff der Zellen und ein unentbehrlicher Bestandteil für das Nervensystem und das Gehirn. Außerdem optimiert es die Entgiftung des Körpers.
Ein Ei beinhaltet bis zu 280 mg Cholin, das bekannt ist für die Verbesserung des Gedächtnisses in jedem Lebensalter, also auch für die Minderung des Risikos von Demenz. Diesem Fettstoff wird auch eine Antikrebswirkung zugeschrieben. Es ist zudem ein Bestandteil von Zellen, die er stabilisiert und vor schädlichen Wirkungen äußerer Faktoren schützt.

Im Eigelb findet man antioxidative Substanzen wie Xanthophylle, also Lutein und Zeaxanthin, die sehr wichtig für die Augengesundheit sind, indem sie unter anderem die Nachtblindheit und die Degeneration des Gelben Flecks vermindern. Diese Farbstoffe können zudem zur Antiaging-Wirkung des ganzen Körpers beitragen.

 

Eier nicht für jeden

Sind das nicht reichlich viele Gründe, Eier öfter und mehr im Alltag zu verzehren? Natürlich, aber nur wenn es keine Eiweißallergie oder andere Gegenindikationen gibt!
Was vielleicht nicht so allgemein bekannt ist, ist die Tatsache, dass nicht jeder Eier gut verträgt. Eier können problematisch sein für Menschen, die an Autoimmunkrankheiten leiden oder eine Allergie gegen Eiweiß aufweisen, ohne es zu merken. Ein Bluttest (Antikörper in den Klassen IgA und IgG) kann Information geben, ob unser Körper gegen dieses Lebensmittel kämpft. Die Entstehung von Immunkomplexen führt zur Entstehung von Entzündungen im Körper, die auch der Anfang von Autoimmunkrankheiten, Insulinresistenz oder anderer gesundheitlicher Probleme sein können. Das Eiweiß ist meistens der Grund derartiger Reaktionen, die im Körper entstehen. Es ist kein seltenes Allergen, das man aus der Diät auf einige Zeit weglassen muss, um bei gesundheitlichen Problemen einen Fortschritt machen zu können.

 

Freilandeier

Der gesundheitliche Wert der Eier wird vom Körper genutzt, wenn wir ein paar Dinge beachten. Das eine wäre die Herkunft der Eier, die wir essen wollen. Wünschenswert wären Eier aus Freilandhaltung, von einem ökologischen Bauernhof oder von einem bekannten Bauern, der auf natürliche Weise seine Hühner füttert. Eier eben, die frei von Antibiotika oder genmanipulierten Bestandteilen sind, die uns nicht noch zusätzlich mehr Schaden als Nutzen bringen. Man sagt, dass die besten Eier die sind, welche auf natürliche Weise befruchtet wurden. Sie kommen also von Hühnern, die sich in der Gegenwart eines Hahnes befinden.
Wenn es um die Vorbereitung der Eier zum Essen geht und ihren am meisten erhaltenen gesundheitlichen Wert, ist es wichtig, die Eier nicht zu hart zu kochen. Eier mit flüssigen Eigelb weisen das höchste Maß von Bioverfügbarkeit auf. Wenn wir Rührei mögen, sollte es in halbflüssiger Form vorbereitet sein, damit es auch viele seiner wertvollen gesundheitlichen Eigenschaften behält.

 

 

Zum Schluss ein Rezept auf selbstgemachte Majonäse zum Ausprobieren.  Aus dem Rezept ergibt sich ein Glass (400 ml) dieses Eierprodukts.

Dazu brauchen wir:

  • Zwei Eigelbe
  • 300 ml im Geschmack delikater Olivenöl extra Vergin
  • 1 Teelöffel Dijon Senf
  • Zwei Teelöffel Apfelessig
  • Salz zum Abschmecken

 

So wird es gemacht:

Die Eigelbe schlagen mit Hilfe eines Blenders und dann die ganze Zeit verrühren lassen, dabei schrittweise Olivenöl zugießen. Somit sollten wir  eine  dickflüssige, helle Soße erhalten. Zum Schluss geben wir noch Senf, Apfelessig und Salz ein. Und fertig ist die Majonäse.

Guten Appetit! Lasst es Euch schmecken 😉

 

Dominika Krajczy

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