Ryszard Galla, Zuzanna Donath-Kasiura und Rafał Bartek (v.l.) gaben den Satrtschuss für den Wahlkampf der Deutschen Minderheit zu den Paralemnstwahlen.
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Der genaue Termin der Parlamentswahlen in Polen steht noch nicht fest, die Parteien präsentieren aber schon jetzt ihre Programmansätze und erste Kandidaten für Sejmabgeordnete und Senatoren. Gestern hat auch die Deutsche Minderheit ihre Teilnahme an den diesjärhigen Wahlen verkündet.

 

“Traditionell bereiten wir uns auf die Wahlen vor und wir werden wie immer als Wahlkomitee der Wähler der Deutschen Minderheit antreten”, sagte zu Beginn der Pressekonferenz Rafał Bartek, Vorsitzender der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien. Damit gab er den Startschuss für den Wahlkampf, obwohl ein konkreter Termin der Wahlen noch nicht bekannt gegeben wurde.

 

Alte und neue Gesichter

Die Deutsche Minderheit will vor allem ihr Ergebnis bei den Wahlen zum Sejm im Vergleich zu den vorherigen Wahlen verbessern. Ziel sei es nicht nur das eine Mandat zu behalten, sondern zumindest einen weiteren Abgeordneten aus der Minderheit nach Warschau zu schicken. Dafür sollen 24 Kandidaten (also die von Rechtswegen höchstmögliche Anzahl auf einer Liste) sorgen, meint der derzeitige Abgeordnete Ryszard Galla. “Wir werden auf unserer Liste nicht nur auf die vorgeschriebene Frauenquote achten, sondern vor allem darauf, dass es Menschen sein werden, die in der Region bekannt sind für ihre Ativität. So wollen wir das angstrebte Ziel erreichen”, sagt Galla, der sich eines Platzes auf der Kandidatenliste sicher sein kann. Neben ihm wurde bei der Pressekonferenz nur noch ein weiterer Name genannt, und zwar Zuzanna Donath Kasiura, Sekretärin des Woiwodschaftsvorstandes der SKGD und Mitglied des Oppelner Sejmiks. Sie selbst sagt über ihre zukünftigen Kandidatenkollegen: “Wir werden erfahrene Menschen sowie junge, neue Kandidaten auf der Liste haben. Es werden sowohl Vertreter unserer Gesellschaft sein, als auch Menschen von außerhalb, die aber mit der Minderheit gern zusammenarbeiten wollen”, meint sie.

Senat wird angepeilt

Ähnlich bedeckt hält sich die SKGD-Führung mit Namen potenzieller Kandidaten für den Senat. Dort werden die Vertreter, anders als beim Sejm, in Ein-Mandats-Wahlkreisen gewählt. Für die Deutschen in der Oppelner Region sind daher vor allem zwei von drei Kreisen ( Rosenberg/Groß Strehlitz/Kandrzin-Cosel/Krappitz/Leobschütz sowie Oppeln Stadt und Land) interessant, in denen ein relativ hoher Anteil der Deutschen lebt. “Ähnlich wie bei der Liste zum Sejm haben wir auch zum Senat bereits Kandidaten, werden die Namen aber nicht nennen, solange der Wahltermin nicht eindeutig feststeht”, sagt Ryszard Galla.

Was allerdings feststeht ist der Slogan, mit dem die Deutsche Minderheit in den Wahlkampf geht. “Oppeln ist von Bedeutung” (poln. Opolskie ma znaczenie) soll es lauten und nach Meinung von Rafał Bartek passe er vollkommen zur Deutschen Minderheit. “Dank uns und unserer Tätigkeit gewinnt die Region an Bedeutung. Auch wenn wir z.B. auf den Deutsch-Polnischen Runden Tisch schauen, bei dem eben Oppelner Vertreter der Deutschen Minderheit teilnehmen und damit auch die Woiwodschaft in bilaterale Gespräche einbeziehen. Außerdem sind wir als Minderheit mit anderen Volksgruppen international vernetzt in der Föderalistischen union Europäischer Nationalitäten”, sagt Bartek und fügt hinzu, die Bedeutung der Region sehe man auch daran, dass die Minderheit als regionale Bewegung ihr Wahlprogramm und die Kandidatenlisten nicht irgendwo in den Warschauer Parteizentralen festlegt, sondern eben hier, wo die Wähler auch wirklich leben.

In den kommenden Wochen soll das Wahlprogramm der Deutschen Minderheit feststehen

Rudolf Urban