Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Tuesday, August 9, 2022

Arno Surminski ausgezeichnet

 

 

Arno Surminskis literarische Karriere begann im Jahr 1974. „Jokehnen oder wie lange fährt man von Ostpreußen nach Deutschland?“ hieß sein erster Erfolgsroman. Von seinen über 30 Werken spielt ein großer Teil in ostpreußischen Landschaften, überwiegend im Kreis Rastenburg (powiat Kętrzyński), in dem er geboren wurde. Landrat Michał Kochanowski Ehrte ihn mit der Auszeichnung „Verdient um den Kreis Rastenburg“.

Arno Surminski – ausgezeichnet für seine Verdienste um den Kreis Rastenburg. Die Verdienstmedaille der Woiwodschaft Ermland-Masuren erhielt er bereits im Jahr 2011.
Foto: Uwe Hahnkamp

 

Warum seine Werke immer wieder in Ostpreußen spielen, erklärt Arno Surminski so: „Ich kann nur gute Bücher schreiben, wenn ich die Gegend kenne, in der die Geschichten spielen. Diese hier kenne ich aus meiner Kindheit.“ Geboren ist Surminski nämlich am 20. August 1934 in dem Ort Jäglack (Jegławki), den er unter verschiedenen Namen in einigen Büchern verewigt hat. Die Bekanntheit des Kreises Rastenburg ist auch sein Verdienst, wie er selbst zu recht behauptet: „Dank meiner Bücher sind viele Orte hier und die Stadt Rastenburg selber in die Literaturgeschichte eingegangen.“
Von Bedeutung für Arno Surminskis Auszeichnung ist auch sein Einsatz für die deutsch-polnische Verständigung. Denn Jäglack und andere Orte des Landkreises Rastenburg können bis heute auf ihn zählen. Seit er dort Freunde und Bekannte hat, kommt er gerne und häufig zu Besuch. „Diese Besuche sind angenehmer als meine ersten beiden in Rastenburg“, erzählt er. „Der erste war 1942 bei einem kranken Onkel im Krankenhaus, der zweite auf der Fahrt nach Deutschland im Dezember 1945.“ Verewigt hat er diesen zweiten Aufenthalt im Buch „Jokehnen“, aus dem er im Anschluss an die Ehrung vorgelesen hat. Der Figur des jungen Hermann fehlen nach Ende des Zweiten Weltkriegs die Menschen, die aus dem Elternhaus und dem Dorf ein Stück Heimat gemacht haben. In Hermann findet sich Arno Surminskis Verständnis von Heimat. „Das ist eines der schönsten Worte in der deutschen Sprache“, hat er einmal in einem Interview gesagt, „doch Heimat ist kein Ort, sondern dort, wo meine Nächsten sind.“
Für die deutsch-polnische Verständigung setzt sich auch die Rastenburger Arno-Holz-Gesellschaft ein (nach dem deutschen Dichter und Dramatiker Arno Holz ist Arno Suminski benannt worden) – und so kam es, dass diese, gemeinsam mit dem evangelischen Bischof der Diözese Masuren Paweł Hause, den Antrag auf die Auszeichnung „Verdient für den Kreis Rastenburg“ beim Landratsamt gestellt hat.

 

Unter den Gästen war Harald Kobsa von der deutschen Botschaft in Warschau, der Arno Surminski seit Jahren kennt. Als Dozent an der frisch gegründeten Stettiner Universität hatte er den Schriftsteller 1986 zu einemVortrag eingeladen: „Ein Jahr später diskutierten wir bei einem Besuch bei Ihnen über den Begriff Heimat. Als ich von dieser Ehrung hier hörte, musste ich unbedingt kommen.“
Bis heute spricht Arno Surminski kaum Polnisch. Von den viele netten Worten, die an diesem Tag an ihn gerichtet wurden, habe er nur wenig verstanden, sagt er: „Ich hätte doch mit meiner Frau Traute Polnisch lernen sollen.“

 

Uwe Hahnkamp

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