Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Wednesday, July 6, 2022

Ein Symbol des Respekts

In Himmelwitz gibt es zwei benachbarte Gebäude des Gemeindeamtes. An keinem der beiden gibt es bislang deutsch-polnische Schilder.
Foto: R.Urban

Die Himmelwitzer Gemeinderätin Sylwia Kapuścińska stellte bei einer der letzten Ratssitzungen den Antrag am Amtsgebäude die Schilder ebenfalls auf Deutsch anzubringen. Darüber soll der Rat beraten, aber erst nach der Corona-Krise.

 

Die Gemeinde Himmelwitz wurde am 28. August 2006 ins Ministerialregister der Gemeinden mit einer Hilfssprache eingetragen, wobei es sich hierbei um Deutsch als die zweite Sprache im Amt handelt. Zwei Jahre später wurde sie auch in das Register der Gemeinden mit zweisprachigen Ortsnamen eingetragen und die deutsch-polnischen Schilder wurde bald danach an den Ortseinfahrten aufgestellt. Am Amtsgebäude der Gemeinde allerdings wurden die Tafeln jedoch nicht verändert.

 

Respekt vor der Geschichte

Nun, zwölf Jahre später, kehrt das Thema wieder zurück, und zwar durch die Himmelwitzer Gemeinderätin Sylwia Kapuścińska. „Zweisprachige Schilder vom Gemeindeamt oder Standesamt habe ich in unseren benachbarten Gemeinden in Leschnitz und Colonnowska gesehen. Daher dachte ich mir wieso sollte es nicht auch bei uns solche geben? Deshalb habe ich diese Frage auf einer Sitzung unseres Gemeinderates gestellt. Es gibt ja schließlich seit langem zweisprachige Ortsschilder. Außerdem würde dies ebenfalls betonen, dass Schlesien multikulturell und offen für Besucher ist. Diese zweisprachigen Schilder würden außerdem auch ein Symbol des Respekts vor der Geschichte dieser Region sein. Multikulturalität sollte man meiner Meinung nach besonders unterstreichen, pflegen und unterstützen”, sagt Kapuścińska.

 

Warum also wurden die Schilder am Amtsgebäude nicht schon vor zwölf Jahren angebracht, wie es in den anderen zweisprachigen Gemeinden ist? Piotr Pyka, Sekretär der Gemeinde Himmelwitz, erklärt, dass den Antrag auf die zweisprachige Beschilderung die deutsche Minderheit gestellt hatte. „Dabei wollte man damals auch deutsch-polnische Straßennamen aufstellen, was später jedoch verworfen wurde. Aber ein Antrag auf zweisprachige Beschilderung des Amtes ging nie bei uns ein, weshalb es bei uns diese Schilder einfach bis heute nicht gibt“, sagt Piotr Pyka.

 

In Himmelwitz gibt es zwei benachbarte Gebäude des Gemeindeamtes. An keinem der beiden gibt es bislang deutsch-polnische Schilder.
Foto: R.Urban

Nach der Corona-Epidemie

Der Antrag von Sylwia Kapuścińska wurde bislang nicht bearbeitet, was aber nicht als Zeichen des Unwillens betrachtet werden soll, unterstreicht Piotr Pyka. „In der jetzigen Situation haben wir die Arbeit des Gemeinderates heruntergefahren und Sitzungen finden nur statt, wenn Beschlüsse gefasst werden sollen, die keinen Aufschub dulden. Wir befassen uns also nur mit dem Nötigsten, weshalb auch der Antrag der Gemeinderätin noch etwas warten muss“, sagt der Gemeindesekretär und fügt hinzu, dass man in einer großen Runde beraten will, wie die deutsch-polnischen Schilder am Amtsgebäude genau aussehen sollten. Auch die Antragstellerin selbst ist guter Dinge und wartet auf die Zeit „nach Corona“. „Der Antrag wird bei der nächsten Gelegenheit auf der Sitzung des zuständigen Ausschusses des Gemeinderates sicherlich besprochen. Wann, ist allerdings noch unklar, denn im Epidemiezustand können die Ausschüsse noch nicht zusammen kommen”, sagt Sylwia Kapuścińska.

 

Wir werden das Thema weiter verfolgen.

Rudolf Urban

 

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