Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Saturday, May 28, 2022

„Jeder gab das Beste für unsere Leute!“

Auch im Norden erinnert man an die Verstorbenen der deutschen Minderheit
Auch im Norden erinnert man an die Verstorbenen der deutschen Minderheit

Am Sonntag ist Allerheiligen – der Tag, an dem man den Verstorbenen besonders gedenkt. Aus diesem Grund erinnern wir an Persönlichkeiten aus Ermland-Masuren sowie engagierte Menschen der deutschen Minderheit.

 

Am 1. Februar verstarb in Köln einer der bekanntesten Ostpreußen – der frühere Fußballtrainer Udo Lattek. Er wurde am 16. Januar 1935 in dem kleinen Dorf Bosemb nahe Sensburg (Boże) geboren und später der erfolgreichste deutsche Vereinstrainer aller Zeiten. Bereits mit 30 Jahren, 1965, übernahm er die DFB-Jugendnationalmannschaft und war bei der WM 1966 in England Assistent von Bundestrainer Helmut Schön. Ab 1970 wurde er mit Bayern München sechs Mal Meister und drei Mal Pokalsieger sowie mit Borussia Mönchengladbach zwei Mal Meister. Mit dem FC Barcelona gewann er den Europapokal der Pokalsieger, mit Bayern München den Pokal der Landesmeister und mit Borussia Mönchengladbach den UEFA-Pokal, und war so einer der wenigen Trainer, die alle drei europäischen Wettbewerbe für sich entscheiden konnten. Nach mehrjährigen gesundheitlichen Problemen war im Februar der letzte Pass gespielt. Das Spiel von Udo Lattek dauerte 80 Jahre.

Bereits im Januar musste die deutsche Minderheit in Ermland und Masuren von Ewald Dzienian, dem ehemaligen Vorsitzenden der Gesellschaft “Heimat” in Ortelsburg (Szczytno) sowie Vorstandsmitglied des Bauernverbands, Abschied nehmen. Ebenfalls eine Aktive der ersten Stunde war Inge Obiała, die langjährige Vorsitzende der Gesellschaft „Joachim Schulz“ in Preußisch Holland (Paslek), die am 15. März im Alter von 85 Jahren verstarb. Auch die Gesellschaft „Rosch“ in Johannisburg (Pisz) trauert um ein Gründungsmitglied. Im Mai ging Ursula Rutkowska, die dort als Kassenwartin und stellvertretende Vorsitzende aktiv war, von uns. Den passenden Nachruf hatte sie noch selbst im Jahresbericht 2014 formuliert: „Jeder gab das Beste für unsere Leute und unseren Verein!“

 

Uwe Hahnkamp

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