Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Friday, October 7, 2022

Norden

Chronist unserer Träume

Uwe Hahnkamp, Das Schloss Steinort im Mai 2011; das Dach war damals noch nicht ganz fertig.

„Chronist unserer Träume. Schloss Steinort 1947-2017“ – diesen Titel trägt die Ausstellung der Ethnologin  Hannah Wadle, die am 3. Mai in Steinort (Sztynort) eröffnet wurde. Sie beschäftigt sich vor allem aus der Sicht von Zeitzeugen mit der wechselvollen Geschichte von Schloss Steinort nach dem Zweiten Weltkrieg, stellt aber auch die Frage nach der Zukunft des Gebäudes.  

 

Steinort ist ein Örtchen südlich von Angerburg (Węgorzewo) auf einer Halbinsel zwischen dem Dargeimer See (jezioro Dargin) und dem Mauersee (jezioro Mamry). Das dortige Schlossgut war Sitz der Grafen Lehndorff, denen der Ort gehörte. Es lag in der Sperrzone um das Führerhauptquartier Wolfsschanze bei Rastenburg (Kętrzyn) und wurde 1944 als Feldquartier für Außenminister von Ribbentrop requiriert. Der damalige Besitzer Heinrich Graf von Lehndorff gehörte dagegen zum militärischen Widerstand und bezahlte das missglückte Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 mit seinem Leben.

 

Schloss Steinort nach 1945

Weniger bekannt ist das Schicksal des Schlossgebäudes nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Ethnologin Hannah Wadle hat jetzt dazu ein Ausstellung eröffnet. „Chronist unserer Träume. Schloss Steinort 1947-2017“ heißt sie und dokumentiert Gespräche mit Menschen, die mit Schloss Steinort verbunden waren. Darunter Anwohner, die dort gearbeitet hatten, als im Gebäude die Verwaltung einer landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft angesiedelt war, die dort ihre Ferien verbracht haben, als es als Ferienheim genutzt wurde, und Segler, die am nahe liegenden Hafen angelegt hatten, als das Gelände einer Yachtgesellschaft in Steinort gehörte. Ihre Ausstellung, die ein facettenreiches Bild der Geschichte von Schloss Steinort ergibt, kann noch bis zum dritten Oktober in Steinort besichtigt werden..

 

Nachnutzung des Schlosses

Ein weiterer Aspekt der Ausstellung ist die mögliche Zukunft des Gebäudes. Zwar ist das Dach seit einigen Jahren dicht und die Keller seit kurzem wiederhergestellt, so dass das Schloss nicht mehr einsturzgefährdet ist, zu einer möglichen Nutzung ist es aber noch ein weiter Weg. Es gibt einen Investor, der auf dem Gelände des Gutes ein Hotel errichten will. Nach diesem Konzept soll Schloss Steinort Standort eines Museums des deutschen militärischen Widerstands gegen Hitler und ein Zentrum für Tagungen zu historischen Themen werden. Derzeit ist das noch Zukunftsmusik, dennoch ist eine frühzeitige Diskussion der Optionen mit allen Beteiligten notwendig. Denkanstöße bietet die Ausstellung über Schloss Steinort allemal. Mehr Informationen finden Sie auf der Internetseite  Internetseite www.stnort.org.

 

Text: Uwe Hahnkamp

In Schlesien undenkbar

Foto 1: Grażyna Preder widmete dem deutschen Schulwesen ihre Radiosendung. Foto: Radio Koszalin.
Foto 1: Grażyna Preder widmete dem deutschen Schulwesen ihre Radiosendung. Foto: Radio Koszalin.

Das Thema „Deutsches Schulwesen in der Volksrepublik Polen“ ist für die meisten im Land immer noch ein unbeschriebenes Blatt. Noch immer wissen auch in den Reihen der deutschen Minderheit nur wenige, dass es im Norden des kommunistischen Polens deutsche Schulen gab, von denen man in Schlesien nur träumen konnte. Jetzt sorgt eine preisgekrönte Radiosendung für mehr Aufklärung.Read More …

Sankt Annaberg in Nordpolen!

Roland Hau (links) mit Botschafter Rolf Nikel und Bundestagpräsident Prof. Norbert Lammert bei der 25-Jahr-Feier der Vereinigung Deutschlands in Danzig
Roland Hau (links) mit Botschafter Rolf Nikel und Bundestagpräsident Prof. Norbert Lammert bei der 25-Jahr-Feier der Vereinigung Deutschlands in Danzig

Der Nikolaus aus Allensteins Partnerstadt Rovaniemi: Herzliche Grüße bringe ich mit aus dem fernen Finnland, aus Lappland, aus Rovaniemi. Als ich das erste Mal nach Polen gekommen bin, war hier Schnee; bei uns gibt es ihn auch schon im Herbst. Wenn ich mit dem Schlitten fahre, hören meine Rentiere nicht immer auf mich, deshalb bin ich diesmal ohne sie hier – mit der Straßenbahn. Frohe Weihnachten Euch allen!Read More …