Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Wednesday, December 1, 2021

Leidenschaft zum Beruf machen

Mit der Studentin und Podcasterin Laura Szafarczyk, sprach Andrea Polański über ihr Engagement in der Deutschen Minderheit sowie ihre Leidenschaft für Journalismus und Reisen.

Du hast schon von klein auf Kontakt mit der Deutschen Minderheit. Wie kam es dazu?

Von Geburt an sprachen meine Eltern mit mir in zwei Sprachen, also Deutsch und Polnisch. Somit wuchs ich bilingual auf. In dem Umfeld, in dem ich erzogen wurde, war es wichtig, sich der doppelten Identität bewusst zu sein, deshalb war es für mich und auch für meine Familie bedeutend, ein Mitglied der Deutschen Minderheit zu sein. Kleine Sachen, wie zum Beispiel das Treffen mit dem Nikolaus, waren für mich ein Grundstein.

Die Deutsche Minderheit bietet jungen Menschen ein breites Projektangebot an, an welchem Du teilgenommen hast. An welche Projekte erinnerst Du Dich am besten und gab es auch welche, die einen Einfluss darauf hatten, dass Du Dich jetzt selbst in der Minderheit engagierst?

Einen großen Einfluss auf mein jetziges Engagement in der Deutschen Minderheit hatte die Teilnehme beim ersten Sommercamp im Jahr 2014. Nach weiteren Sommercamps und Teilnahmen an Jugendkonferenzen kam im Jahre 2017 die Organisation des „Großen Schlitterns“ und auch „ELOm“, oder wie ich dieses Projekt beschreibe – ein Meilenstein, was mein Engagement in der Deutschen Minderheit betrifft. Danach folgte das Projekt „Akademia“, welches dazu diente, mein erlangtes Wissen im Bereich Projektmanagement strukturierter zu machen.

Ist Projektmanagement eine Sache, die Dich weiterhin begeistert?

Na klar! Die Möglichkeit, ein eigenes Projekt zu organisieren, die ich dank „ELOm“ bekommen habe, war erst der Anfang. Mein Projekt, welches ich mit Weronika Flach und Oskar Zgonina geschaffen habe, hieß „Jugendheimat“. Momentan nehme ich an dem diesjährigen Projekt „Akademia“ teil, was für mich eine ausgezeichnete Gelegenheit ist, meine Perspektiven zu erweitern.

 

Laura Szafarczyk
Foto: privat

Projektmanagement ist ja eine Sache, aber Du hast auch ganz früh angefangen, in den Medien der Deutschen Minderheit in der Woiwodschaft Schlesien zu arbeiten. Kannst Du vielleicht mehr verraten, wie Du damals dort hingelangt bist und vor allem, wie sah Deine Arbeit als Nachwuchsjournalistin aus?

Alles fing zufällig an. Im Jahre 2015 spielte ich eine Nebenrolle in einem Hörspiel, welches wir im Rahmen eines Schulprojekts im Radio „Mittendrin“ in Ratibor aufgenommen haben. Nach einem Angebot, mich während eines Praktikums als Nachwuchsjournalistin auszuprobieren, beschloss ich, es zu versuchen. Nach zahlreichen Schulungen fing ich an, eigene Sendungen und Serien zu schaffen. Mein absoluter Liebling, was die Serien betrifft, war „Traumurlaub in Deutschland“, welcher jeden Sommer während der Sonntagssendung ,,Deutsche Stimme aus Ratibor“ auf Radio Vanessa ausgestrahlt wurde.

 

Journalismus ist ein eher ungewöhnlicher Nebenjob für eine Schülerin, dementsprechend kann ich mir gut vorstellen, dass sich vor Dir viel neue Türen geöffnet haben, war es so?

Ja, genau. Das Engagement im Deutsch-Polnischen Radio „Mittendrin“ in Ratibor war für mich eine ideale Gelegenheit, meine Deutschkenntnisse zu verbessern. Dieser Nebenjob gab mir sehr viel Selbstvertrauen und Motivation, was die Suche und das Schaffen neuer Initiativen angeht. Nach dem Abitur und dem Erlangen des 5. Platzes in der 42. landesweiten Deutscholympiade im Jahr 2019 beschloss ich, einen Sprung ins kalte Wasser zu wagen und wurde Journalistin im Österreichischen Rundfunk in Wien.

 

Aktuell studierst Du Wirtschaft an der Jagiellonen-Universität in Krakau, aber Du engagierst Dich auch anderweitig an Deiner Uni, indem Du zwei Deiner Leidenschaften nachgehst.

Wie man so schön sagt: „Alte Liebe rostet nicht“. So ist es bei mir mit dem Journalismus. Neben meinem Wirtschaftsstudium engagiere ich mich in einer Studentenorganisation, genauer gesagt, im Radio UJOT FM, wo ich ein Reisemagazin unter dem Titel ,,5 Strona Świata“ mit 3 weiteren Studentinnen führe. In unserer Sendung sprechen wir über ausgefallene Reiserouten, indem wir unter anderen Interviews mit interessanten Reiseliebhabern vorbereiten. Im Oktober 2020 haben wir mit einer Weltreise angefangen, von aus Polen gestartet. Diese Reise ging danach quer durch Europa, Asien und letztens sind wir in Afrika angekommen. Ein fester Bestandteil unserer Sendung sind auch die sogenannten Kuriositäten, welche die von uns gewählte Reiseroute betreffen.

 

Jetzt beginnen die Sommerferien und hast Du einen Ort, an den Du unbedingt mal reisen möchtest?

Einen Reisewunsch erfülle ich mir noch im Juli 2021. Genauer gesagt, fahre ich mit meinen Freunden nach Budapest, aber es wird kein typischer Urlaub sein, sondern wir fahren, um unsere Kompetenzen zu verbessern, als Teilnehmer eines Internationalen Studentenprojektes im Bereich des Projektmanagements. Weitere Reisen, die noch diesen Sommer stattfinden sollen, sind schon in Planung.

Welches der Interviews, die Du schon geführt hast, ist Dir am meisten im Gedächtnis geblieben und würdest empfehlen, auf jeden Fall reinzuhören?

Jedes meiner Interviews war auf eine andere Weise spannend und bedeutsam. Es gab interessante Gespräche mit Sportlern, Musikern und akademischen Dozenten. Doch eines meiner letzten Interviews wird mir für lange Zeit in Erinnerung bleiben, dessen bin ich mir sicher. Das Interview mit dem Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Polen – Dr. Arndt Freytag von Loringhoven. Wir sprachen über das Engagement der Jugend der Deutschen Minderheit und ihre Zukunft. Der Botschafter ist ein sehr offener und kreativer Mensch, der der jüngeren Generation sehr wertvolle Ratschläge weitergegeben hat.

Wo kann man Deinen Podcast finden?

Meinen Podcast unter dem Titel ,,5 Strona Świata“, unterstützt vom Radio UJOT FM, kann man auf Spotify finden. Was die ganze Sendung betrifft, könnt Ihr auf der Internetseite des Radios UJOT FM jeden Freitag um 15 Uhr live reinhören.

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