Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Wednesday, January 26, 2022

Positive Entwicklung

Martin Dzingel. Foto: Landesversammlung.cz.
Martin Dzingel. Foto: Landesversammlung.cz.

Von den etwa 200.000 Menschen, die nach dem zweiten Weltkrieg sich in Tschechien noch als Deutsche bekannt haben, bleiben heute keine 40.000 mehr. Dennoch sieht der Vorsitzende der Landesversammlung der deutschen Vereine in der Tschechischen Republik Martin Dzingel eine positive Entwicklung, auch dank neuer Zuwanderer.

 

„Wir sind uns sicher, dass auch sie zu Deutschböhmen-, mährern und -schlesiern werden“, sagte kürzlich Dzingel gegenüber der „Mladá Fronta Dnes“, die die meistgelesene Zeitung Tschechiens ist. Der Vorsitzende meinte damit junge Deutsche mit Vorfahren aus dem tschechischen Gebiet, die in den letzten Jahren verstärkt nach Prag und in andere Städte des Landes kommen. Dafür seien nach Dzingel viele Firmen mit deutschem Kapital, die sich in der letzten Zeit in Tschechien niederlassen, verantwortlich. Zwar sei die Arbeit schlechter bezahlt als in Deutschland, dafür aber einfacher zu finden. Dzingel sprach über diese Menschen in Anspielung auf die schrumpfende Anzahl der deutschen Minderheit in Tschechien. Junge Zuwanderer seien diesbezüglich auch die Chance, um die Strukturen seiner Volksgruppe zu stärken.

 

Trotz den genannten guten Chancen sei aber die jetzige Situation der Deutschen in Tschechien bei weitem nicht zufriedenstellend. „Ein großes Problem“ sei vor allem die Situation im Schulwesen. In Tschechien gibt es zwar zwei deutsche Schulen, doch dies seien „nur“ Privatschulen. Schuld an diesem Sachstand sei die Tatsache, dass die Deutschen stark über das ganze Land zerstreut seien. Da in ausgewählten Regionen des Landes nur kleine Gruppen von Deutschen leben, sei es unmöglich, genug Interessierte für eine deutschsprachige öffentliche Bildungsinstitution zu finden.

 

Kompensieren können das Fehlen der eigenen Jugend nach Dzingel eben die früher genannten jungen Zuwanderer. Für die gibt es außer attraktiven Arbeitsplätzen auch ein gesellschaftliches Umfeld, dass es ihnen erleichtert sich einzuleben. Ein beliebter Treffpunkt für junge Deutsche dort sei z. B. der Prager Stadtteil Vinohrady, wo sich zahlreiche Kaffeehäuser befinden. „Einer Überlegung wert“ sei auch nach Dzingel eine Idee ein deutsches Kaffeehaus zu eröffnen, dass als Treffpunkt für die jungen Deutschsprachigen in Prag dienen könnte.

 

Łukasz Biły

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