Die Preisverleihung des Kulturpreises Schlesien 2017. V.l.: Barbara Loch und Dr. Margarete Wysdak vom Verein pro Liberis Silesiae, die Regisseurin Karin Kasper, Nidersachsens Innenminsiter Boris Pistorius und Prof. Stanisław Nicieja.
Foto: Boris Pistorius/facebook.com

Wer heute über Bildungsprojekte der Deutschen Minderheit spricht, kommt am Verein Pro Liberis Silesiae nicht vorbei. Dieser erst knapp 10 Jahre alter Verein ist Träger von drei Schulen und Kindergärten in der Oppelner Region. Als „Leuchtturm“ im Bereich Bildung wurde Pro Liberis Silesiae am Samstag mit dem diesjährigen Kulturpreis Schlesien ausgezeichnet.

 

Auch wenn die Leitung des Vereins um Dr. Margarete Wysdak bereits seit Längerem wusste, dass der Kulturpreis Schlesien des Landes Niedersachsen in diesem Jahr an sie geht, ist es für die Chefin immer wieder aufs Neue eine Überraschung. „Ich weiß noch aus der Zeit im Lehrerkolleg in Oppeln, als ich den Studenten von den namhaften schlesischen Schriftstellern wie Horst Bienek oder Janosch erzählte, die ebenfalls Preisträger des Kulturpreises waren. Und nun gehören auch wir dazu“, sagt dr. Wysdak sichtlich gerührt.

 

Seit nunmehr knapp 10 Jahren ist der Verein, der seinen Sitz in Raschau (Raszowa) in der Gemeinde Tarnau (Tarnów Opolski) in Sachen zweisprachige deutsch-polnische Bildung und Montessori-Methode unterwegs, ist Träger von drei Schulen und Kindergärten in der Oppelner Region und organisiert daneben eine Reihe von Kulturprojekten. Zu den bekanntesten gehört dabei die Kinderspielstadt „Mini Miasto-Klein Raschau”.

 

Im Theater von Osnabrück nahm Dr. Margarete Wysdak am vergangenen Samstag den Kulturpreis Schlesien im Namen des gesamten Vereines Pro Liberis Silesiae entgegen, wobei sie aber auch deutlich unterstreicht, dass es nicht nur eine Auszeichnung für den Verein selbst ist. „Ohne die große Hilfe vieler Privatpersonen und Organisationen aus Polen und dem Ausland, vor allem aus Deutschland, würden wir heute nicht da stehen, wo wir sind. Daher gebührt auch allen unseren Unterstützern großer Dank“, betont Dr. Wysdak und fügt hinzu, dass das unerwartet große Gewicht der Statue auch deutlich mache, welche Verantwortung für die Zukunft auf den Schulter der Vereinsmitglieder laste. Dass aber diese Verantwortung bestens gemeistert werde unterstrich Prof. Michael Piesch in seiner Laudatio. Da hob er besonders hervor, dass diese Schulen und Kindergärten als „Häuser des Lernens und Weltentdeckens“ auf das Leben vorbereiten – „schöpferisch, kindzentriert, antiaggressiv und im guten Sinne des Wortes antiautoritär“.

 

Neben dem Verein Pro Liberis Silesiae, der den Sonderpreis erhalten hat, sind die Regisseurin Karin Kasper für ihren Film „Wir sind die Juden von Breslau“ und der langjährige Oppelner Universitätsrektor Prof. Stanisław Sławomir Nicieja für seine Rettung alter deutscher Denkmäler in Schlesien mit dem Kulturpreises Schlesien geehrt worden.

 

Der Preis wird seit 1977 vom Land Niedersachsen an Menschen vergeben, die aus Schlesien stammen sich durch besondere Errungenschaften in Kunst und Kultur hervorgehoben haben, oder aber durch ihre Arbeit besonders mit Schlesien verbunden sind. Die diesjährigen Preise übergab Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius.

Rudolf Urban

ł

Mehr über den Verein Pro Liberis Silesiae und seine Arbeit finden Sie auch hier:

Przywilej dwujęzyczności / Das Privileg der Zweisprachigkeit